Das Blaukehlchen allgemein
Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) ist ein Singvogel aus der Familie der Schnäpperverwandten.

DinaDinaIn diese recht große Gruppe gehören auch Rotkehlchen, Nachtigall, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen und Braunkehlchen.
Namensgebend ist die wunderschöne blaue Kehle und Vorderbrust, die das Männchen gerade im Frühjahr zeigt. Je nach Unterart befindet sich auf diesem Grund ein zentraler weißer oder roter „Stern“. Sie bewohnen busch- oder röhrichtbestandene Lebensräume zumeist an relativ feuchten Standorten und ernährt sich hautsächlich von Insekten, Spinnen, aber auch Asseln, Krebschen oder zuweilen Früchte.

DinaDinaDas Blaukehlchen kommt in großen Teilen der Nordhalbkugel vor. In Europa ist die Verbreitung stark lückig und die Art oftmals durch Mangel passender Habitate potentiell gefährdet.
Blaukehlchen sind grundsätzlich Zugvögel: Die europäischen Bestände fliegen zum „Winterurlaub“ nach Südspanien, Süd-Portugal, Afrika-Nord und bis südlich der Wüste Sahara.
Iberisches Blaukehlchen
Das seltene Iberische Blaukehlchen (Luscinia svecica azuricollis) kommt fast nur in der „Sierra de Gredos“ in Zentralspanien und im Kantabrischen Gebirge in Nordspanien in vor, besonders in den höheren Lagen der Gebirge. Dort brütet die iberische Unterart des Blaukehlchens oft in der Nähe von Granitfelsen, Ginsterbüschen und Bergwiesen in 1000 bis 2000 Meter Meereshöhe.

DinaDinaMan schätzt ihre Anzahl nur auf wenige tausend Paare und sie überwintern südlich der Sahara. Optisch unterscheiden sie sich von den übrigen Blaukehlchen durch einer durchgehend blauen Kehle und Brust, also ohne weißen oder roten Fleck (Stern) innerhalb der blauen Fläche.
Die „Sierra de Gredos“, etwa 170 km westlich von Madrid, ist ein hervorragendes Gebiet für Vogelbeobachtungen und das Blaukehlchen gehört zu den charakteristischen Vogelarten dieser Region, neben Steinrötel, Ortolan, Iberensteinschmätzer, Alpenbraunelle und Bergpieper. Diese Berge gehören zum Kastilischen Scheidegebirge und erreichen Höhen von 2600 Meter (Pico Almanzor).
Im westlichen Teil der iberischen Halbinseln trennt dieses Gebirge die Nordmeseta von der Südmeseta. Also auch Kastilien-Leon von Kastilien-La Mancha oder der Extremadura.

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Wenn die Iberischen Blaukehlchen dann aus Afrika zurückkommen, finden Sie in diesen Bergen und in Höhenlagen um die 1500 bis 2000 Meter im März bis Mai noch recht winterliche Verhältnisse vor. Abhängig vom Witterungsverlauf und der gefallenen Schneemenge.
Sie besiedeln somit zuerst die unteren Lagen und gehen dann mit der Schneeschmelze weiter nach oben.
So ist es auch nicht ungewöhnlich, sie singend, balzend und nistend zwischen Schneefeldern, Restschnee und auf Ginsterbüschen vorzufinden. Ein wirklich kurioses Bild.
Wo sind sie zu beobachten?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu Ihnen zu finden. Einerseits kann man sich einer unserer Gruppenreisen mit 4-6 Teilnehmern (Extremadura Naturreise 2) anschließen, die einmal jährlich in diese Region starten. Wir versuchen dabei genau die richtige Jahreszeit zu treffen. Aber es ist eben wie oben angemerkt, immer ein Versuch, und sehr abhängig vom Winterverlauf.
Darüber hinausführen wir natürlich auch Einzelpersonen oder kleine Gruppen privat, wenn gewünscht und langfristig geplant.

DinaDinaNoch weiter bieten wir im Kantabrischen Gebirge Mehrtagesreisen, geführt von einheimischen Reiseführern zu Steinrötel und Iberischen Blaukehlchen (Fototour im Tarnzelt).
Wir können Ihnen auch eine Maßgeschneiderte Mietwagentour mit Hotels und täglichen Tipps per WhatsApp mit Punkten auf der digitalen Karte bieten.
Bei diesen erstgenannten Möglichkeiten haben Sie natürlich den Vorteil, auf unsere speziellen Landeskenntnisse und Routine in der Naturreiseleitung zählen zu können.
Sie können aber ebenso, wenn sie geübte Birdwatcher sind, individuell einen Beobachtungsversuch starten:
Fahren sie dazu, von Norden kommend, mit ihrem Auto bis zur sogenannten „Plataforma de Gredos“. Ein Parkplatz auf 1700 Meter. Wandern sie dann bergauf und weiter südwärts, immer den rustikalen Wanderwegen folgend. Nach rund 2-3 km dürfen sie in der rechten Zeit (April und Mai) auf die spanische Blaukehlchen-Unterart hoffen. Unterwegs werden ihnen möglicherweise schon Steinrötel, Alpenbraunellen und Iberensteinschmätzer, aber auch Iberischer Steinbock (!) vor die Linsen kommen. Gebrauchen sie gute Wanderschuhe und alpine Ausrüstung. Die Verhältnisse werden oft unterschätzt, weil im Tal oder der Extremadura, in nur einer Autostunde Entfernung schon der „Sommer“ ausgebrochen ist.

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Bleiben Sie am besten immer wieder stehen, schauen Sie auf den Stechginstern, ob es Bewegungen gibt. Horchen sie auf ihren Gesang, gebrauchen sie dazu die Merlin-App. Sie singen nicht sehr laut von einer Zweigspitze, einem Felsen oder Pfahl aus, aber sehr typisch und charakteristisch. Häufig sind sie auch am Boden zwischen den Ginsterbüschen auf der Jagd unterwegs, in typischer Haltung, oft mit aufgestelltem Schwanz. Ihre Fluchtdistanz liegt hier nur bei wenigen Metern, wenn man sich ruhig verhält. Viel Erfolg!






