Flora & Fauna / Spanien

Häufige Reptilien und Amphibien auf der iberischen Halbinsel

Unsere Tipps zum Finden
11. Februar 2021

Europa

Spanien

Häufige Reptilien und Amphibien in Spanien & Portugal

Es gibt viele Bestimmungsbücher in Papierform über Europas Reptilien und Amphibien.

Es gibt im Netz über fast alle Arten gute Artikel zum Beispiel vom NABU.

Es gibt inzwischen gute Apps, welche die Bestimmung erleichtern. Damit möchte ich auch gar nicht konkurriueren. 

 

Hier berichte ich lieber darüber, wo ich in Iberien in Sachen Natur unterwegs bin und Reptilien und Amphibien finde.

Dabei erhebe ich nicht den Anspruch der Vollständigkeit der Auflistung der Arten Spaniens und Portugals.

Es sind Arten, welche ich mehr oder wenig zufällig bei der Natur- und Vogelbeobachtung auffinde.

Zu einem kurzem Fotoshooting nehme ich sie auch mal vorsichtig in die Hand, um sie dann wieder am selben Ort zu entlassen. 

Vielleicht sind diese "unsortierten" Tipps interessant und Sie können sie gerne bei Ihren nächsten Reisen verwerten. 

Mauergecko

Das Bild mit dem netten Gesellen in der Hand entstand zwischen Saragossa und Lleida an einem See namens "Laguna Salada de Chiprana".

Gecko 
Genauer gesagt hatte er sich in eine Vogelbeobachtungshütte geflüchtet. Somit eine leichte „Beute“ für uns und er hatte danach seine Freiheit wieder. 

Mauergeckos gibt es fast im gesamten Iberien mit Ausnahme Galiziens.

Regelmäßig haben wir auch gerade in Andalusien und der vogelreichen Extremadura Exemplare gesehen.

Oft an und in Gebäuden (Kulturfolger) oder Ruinen in der Landschaft. Sie sind nicht nur tagaktiv, sondern lauern auch nachts an Lichtquellen Insekten auf.

Bei Gefahr gibt er quitschende Laute von sich und kann, wie viele Echsen, seinen Schwanz zum letzten Schutz abwerfen. 

 

 

Pyrenäen-Gebirgsmolch

Eine Spezialität des Pyrenäengebirges.

Pyrenäen-Gebirgsmolch 
Also nur hier in der Welt anzutreffen. Und es ist nicht so schwer.

In den Wildbächen zwischen 1000 und 2000 Meter schauen sie dazu in ruhigeren, langsam strömenden Bereichen.

Gerade in den Tälern bei Hecho und Anso im Arragon sind sie in guten Beständen vorhanden.

Zumeist sieht man nach kurzer Suche ziemlich träge Tiere am Grunde auf Steinen und so in 20 bis 40 cm Tiefe.

Ich finde persönlich, sie besitzen eines der nettesten Gesichtern im Tierreich. 

Sie fressen Wasserinsekten, Larven und Kleinkrebse. Angst haben sie vor Forellen und Reihern.

Aber für sie sind sie fast unsichtbar, wegen ihrer langsamen Bewegungen. Mir ist es ein Rätsel, wie man sich als wechselwarmes Amphib in diesen eiskalten Gewässern wohlfühlen kann. 

 

Vipernatter

Wohl eine der häufigsten Schlangenarten in Spanien und Portugal.

Vipernnatter, ein Fischjäger 

Als Schwimmnatter ist sie bestens für das Leben unter und am Wasser angepasst und so finden Sie sie an Flüssen, Teichen, Lagunen und Seen.

Zumeist aber an Fließgewässern der tiefen und mittleren Lagen.

Tags macht sie dort Jagd auf Fische und Frösche. Um sie zu fotografieren, nutzen sie ihre Sonnenbankzeiten auf Steinen am Vormittag.

Suchen Sie systematisch in kiesigen und steinigen Flussbetten im Bergland.

Aber auch am andern „Ende“ der Flüsse, zum Beispiel im sumpfigen Ebrodelta, sind sie Zuhause. Ihr mittel- und osteuropäisches „Gegenstück“ ist die Würfelnatter.

 

Iberischer Wasserfrosch

Aus der „Baureihe“ der Echten Frösche, also Verwandte unserer Wasser- und Teich- und Seefrösche, finden Sie ihn überall in Iberien.

Iberischer Wasserfrosch 

Nicht gerade im Hochgebirge, aber sonst in fast allen Wassern zu finden ist. Bevorzugt stehende, aber auch langsam fließende Gewässer, sogar Brackwasser.

Wenn Sie sie am Ufer sitzend aufgeschreckt haben, ist es zu spät für ein Foto. Aber Sie wissen dann, dass Sie hier weitersuchen können.

Ein befreundeter Froschfotograf macht dies am erfolgreichsten, immer wie in Zeitlupe bewegend und mit Wathose vom Wasser aus. 

 

Spanische Mauereidechse

In den Pyrenäen, Asturien und Kantabrien findet sich neben der Spanischen Mauereidechse auch noch die bis zu uns heimische Gemeine Mauereidechse.

Sie sind nun aber selbst mit Fotos nur schwer auseinander zu halten.

Mauereidechse 
Uns somit ist die Artenabgrenzung innerhalb der Mauereidechsen noch immer im Fluss, in Entwicklung.  

Wie der Name sagt, sind sie zumeist an Mauern, Felswänden, Schutthaufen zu finden. Kurzum, überall wo es warm ist und sie Insekten, Spinnen und Gliederfüßer findet. 

Ihre Feinde sind Greife, Krähen, Würger und Schlingnattern. Auch streunende Katzen.

Ihr Bestand ist gut und sie zählen eher zu den Kulturfolgern.

Ein Revier ist rund 25 qm groß: Hier sollte alles vorhanden sein, von Nahrung über Sonnenbank bis zum Eiablageplatz und sicherem Versteck. 

 

Marmormolch

Relativ großer, rauhäutiger, runzelhäutiger Kammmolch.

Marmormolch 
Wir fanden mehrere Exemplare in Katalonien im "Parc Natural dels Ports" (Ports de Beceite i Tortosa) in im Mai noch schwach strömenden Bach und seinen Kolken in einer Meereshöhe von rund 500 Metern.

Das Ebrodelta, als Natur-Kultur-paradies, ist nur eine halbe Autostunde entfernt.

Marmormolche essen gerne Würmer und andere (junge) Wassermolche. Die Vipernatter ihrerseits findet Marmormolche „echt lecker“. 

Die vielen Interneteinträge zum Thema Marmormolch (+kaufen,+halten) zeigen die Beliebtheit unter Terrarianern im Deutschsprachigen.

Mir gefallen die attraktiven grünschwarzen Tierchen mit roter Rückenlinie in Freiheit am besten. 

 

Hufeisennatter

Eine gerade in der Jugend wegen ihrer Rückenzeichnung sehr schöne Schlange.

Hufeisennatter 
Zählt wegen ihrer angeblichen Aggressivität zu den Zornnattern und wird stattliche 2 Meter. Sie lebt in trockenem Hügelland in der Südhälfte Iberiens und klettert auch gerne.

Sie frisst Eidechsen, Mäuse und Vögel und muss sich vor dem Schlangenadler in Acht nehmen.  

Wir haben sie im Dezember 2020 im Hinterland der Algarve (bei Lagoa) auf einer Lesesteinmauer zwischen extensiven Olivenkulturen sich sonnend gesehen und abgelichtet.

Auf den Balearen sollen sie als eingebürgerte Art sich rasant vermehrt und zu hysterischen Artikeln in der Presse geführt haben. 

 

Algerischer Sandläufer
Selbst im „Greifvogelschutzgebiet“ Montejo, im Tal des Riaza, sind sie häufig.
Algerischer Sandläufer 
Außer im äußersten Norden kommen sie überall im Gebiet vor.

Sie bevorzugen offenes Buschland, Gestrüpp entlang von Bächen an Steinen.

Oft in Gesellschaft des Spanischen Sandläufers. 

Sie erreichen stattliche 30 cm, bewegen sich äußerst flink und fressen Insekten.

Auch der nicht geübte Reptilienbeobachter kann sie leicht wegen ihrer typischen Seitenzeichnung von anderen Arten unterscheiden. 

 

Iberische Gebirgseidechse

Wie es der Name vermuten lässt, leben sie in den Bergen in Höhenlagen von 1000 bis 2000 Meter. Sie sind mittelgroß, bis zu 23 cm.

Ihre Verbreitung beschränkt sich auf das Kantabrische Gebirge und Zentralportugal.

Sie zeigen sich erstaunlich kälteunempfindlich und bewohnen fast kahles, felsiges, relativ feuchtes Gelände insbesondere um die Baumgrenze.

Unsere Bilder und Sichtungen stammen aus Juni 2020 aus dem Nationalpark Covadonga und den Picos de Europa.

Iberische Gebirgseidechse 

 

Maurische Bachschildkröte

Sie zählt zum "erlauchten" Kreis der Altweltlichen Sumpfschildkröten und kommt fast in ganz Iberien vor, oft in Gesellschaft von eingebürgerten Rotwangen- und Gelbwangenschildkröten. 

Sie bevorzugt langsam fließende oder stehende warme Gewässer des Tieflandes bis 1000 Meter.

Auch brackige oder verschmutzte Bereiche werden besiedelt. Recht scheu zeigen sie sich. Ihre Fluchtdistanz schätze ich auf 20 Meter, wenn sich was bewegt.

Sie finden sie auf Steinen oder Baumstämmen, nie weit von der Wasserlinie, sich sonnend. 

Bachschildkröten gelten als Nahrungsopportunisten und nehmen quasi fast alles: Pflanzen, Schnecken, Kaulquappen und tote Fische und Vögel.

Maurische Bachschildkröten 

In großer Stückzahl konnten wir sie bei sonnigem Wetter im Januar 2021 im Naturschutzgebiet Quinta do Lago (bei Faro) an der Algarve beobachten.

Ebenso im Naturpark Ria Formosa, wo es auch Chamäleons in guten Beständen gibt. 

 

Fototipp:

Wenn ich einen Gecko, eine andere Echse oder Schlange erspät habe und ich ein Foto machen möchte, spielt sich ab dann alles nur noch in Zeitlupe ab.

Zeitlupe bedeutet, dass Sie für ein Bild schon mal mehrere Minuten für eine Annäherung von vllt. drei Metern brauchen werden.

Reptilien und auch Amphibien sind zumeist nicht in der Lage, langsame Bewegungen zu bemerken.

So werden Sie als Fotograf oder Mensch nicht als Feind erkannt. 

Wenn Sie über eine Kamera mit Zoomobjektiv verfügen, brauchen Sie natürlich weniger nah und somit störend an das Tier heran.

Allerdings ist ja Nähe immer auch Qualität. Ich habe selbst, wie oben geschrieben, immer im absoluten Zeitlupentempo selbst mit der Handykamera relativ brauchbare Bilder aus wenigen Dezimeter Entfernung von Echsen und Schlangen gemacht. 

Der Autor

Stephan Martens

Die Natur ist meine Leidenschaft. Und mein Traumberuf seit rund 20 Jahren Reiseleiter: Genauer gesagt bin ich Naturreiseleiter und leite auch Ornithologische Touren. Ökologische Zusammenhänge und die anthropogenen Auswirkungen finde ich spannend. Mit Gästen Naturbegeisterung teilen, das gefällt mir.

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