Reisetipps / Costa Rica

Costa Ricas Nebelwälder

"Die 3 schönsten Regionen über 2.000m"
06. März 2020

Mittelamerika

Costa Rica

Costa Ricas Nebelwälder

Wer vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, der ist bestimmt in Costa Ricas Nebelwäldern unterwegs. Es gibt drei gute Möglichkeiten die Wälder überhalb von 2.000m über dem Meeresspiegel zu besuchen.

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Auf dem Weg nach Monteverde 

Wir haben die 3 schönsten Nebelwaldregionen für Sie aufgeführt und beschrieben!

Monteverde & Santa Elena

- geeignet für Familien, Abenteurer und gemischt interessierte Reisende -

 

Im Überblick:

  • 120 Kilometer nordwestlich vom internationalen Flughafen Juan Santamaria, Fahrzeit ca. 3 Stunden
  • Höhenlage 1200 Meter bis 1600 Meter über dem Meeresspiegel
  • Anfahrt über noch 25 km Schotterpiste (an der restlichen Asphaltdecke wird gearbeitet)
  • Unterbringung im touristischen, aber doch beschaulichen Santa Elena (Monteverde heißt das Gebiet)

Monteverde ist ein privates Schutzgebiet von außerordentlicher Schönheit und Artenvielfalt. Das Schutzgebiet selbst bietet eine Vielzahl an guten Wanderwegen von einfach bis mittelschwer. Oben am Aussichtspunkt angelangt befindet man sich auf der kontinentalen Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik. An den seltenen Tagen mit guter Sicht kann man zur Einen bis über den Pazifik und die Nicoya-Halbinsel schauen und zur Anderen in ein umwerfend schönes Bergland mit Regen- und Nebelwald. Ohne irgendeine menschliche Spur erkennen zu können. Das findet man nur noch an ganz wenigen Orten auf der Erde!

monteverde-lodge.jpeghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/ameisenbaer-_zwerg-selten_0.jpgZwerg-AmeisenbärBirding im Naturschutzgebiet
Monteverde 

Ebenfalls zum Wandern und Birdwatchen ist das zweite große Schutzgebiet Santa Elena (wie der Ort) zu empfehlen. Für eine Halbtagestour möchte ich auch noch das etwas tiefer gelegene und etwas kleinere Schutzgebiet Curi Cancha erwähnen. Bei ganz üblem Wetter, wegen der tieferen Lage, ist dies eventuell eine Alternative! Gleiches gilt für das kleine Schutzgebiet beim Monteverde Inn-Hotel. In diesen Bergregenwäldern, welche nun ganz ohne Übertreibung zu den schönsten Wäldern der Erde gehören, kann man eine stattliche Anzahl an bestimmt noch nie gesichteten Vogelarten auf seine persönliche Liste setzen. Aber man muss sich auf ein Suchspiel einrichten.

Eine gewisse Übung ist erforderlich im grünen Gewirr den Maskenklarino, Larvenwaldsänger oder den legendären Quetzal zu erspähen.

Tipp für den Ungeübteren: Guides bieten vor den Eingängen ihre Dienste an oder können auch über ihr Hotel reserviert werden

 

Aktivitäten: Weitere Aktivitäten in der Region sind sehr vielfältig. Wer möchte, der kann hier das sog. Canopy erleben. Man saust in einem Tragegeschirr am Drahtseil durch den Wald. Mit Naturbeobachtung hat das allerdings nichts zu tun. Ebenso sind die Angebote wie Skytram, Quaddriving etc. eher der Kategorie „Rummelplatz oder Disneyland“ zuzuordnen. Aber lassen sie sich nicht stören, diese Aktivitäten finden weit entfernt von den Schutzgebieten statt. 

Weiter gibt`s, und mit Öffnungszeiten teilweise bis in die Abendstunden, einen Schlangenzoo, einen Froschgarten, einen Schmetterlingszoo und Orchideengarten.
Kakao und Kaffeetouren fehlen natürlich nicht; fragen sie jeweils im Hotel nach den Preisen und lassen sich was empfehlen. Viele Einrichtungen bieten Abholservice.

 

Unterkunftstipps:

  1. Direkt am Dorfrand besuchen wir gerne mit unseren Gruppenreisen das schöne Hotel Arco Iris. Geschmackvolle und komfortable Holzhäuschen in einem bunten Garten. 
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    Abendstimmung  
  2. Mit privatem Schutzgebiet gibt’s noch das etwas amerikanisierte Monteverde Inn. Aber gerade für Birdwatcher sicher eine gute Wahl. (Blauscheitel- Motmot, Goldbrauenorganist, Eichhornkuckuck...)
  3. Das Hotel Monteverde Country Inn ist so etwas „dazwischen“ und wir buchen es gerne für unsere Individualgäste. Weil es zentral und doch ruhig liegt mit verschiedenen Restaurants in fußläufiger Erreichbarkeit. 

 

Unser Fazit: Für Familien und „gemischt“ interessierten Paaren bestimmt zu empfehlen. Aber auch für Birdwatcher, die eben ein wenig „Rummel“ ertragen können. Mein Argument ist immer: „Ja es gibt auch andere Orte wo kein Mensch zu finden ist, aber da muss man sich mit der Machete erst mal einen Weg freischlagen.“

San Gerado de Dota & der Göttervogel 

- gut geeignet für Naturliebhaber und Birdwatcher -

 

Bianca HahnBianca Hahn
Der Quetzal kann ziemlich sicher im Tal beobachtet werden 

Im Überblick:  

  • 50 km südlich von Cartago und zirka 2 Stunden Fahrtzeit von San Jose
  • Höhenlage von 2000 Meter bis 3000 Meter
  • Anfahrt über Cartago aus dem Zentraltal oder von Süden aus Richtung San Isidro und über den Cerro de la Muerte-Pass (3500 Meter)
  • Langgestrecktes Tal, dass man von oben, also von 3000 Meter Höhe aus, erreicht und vom schönen Rio Savegre durchströmt wird

San Gerardo de Dota ist kein Ort, sondern eigentlich ein Tal im Hochgebirge mit einigen Gehöften, Plantagen, Hotels und Lodges. Es ist DER Lebensraum des Quetzales in Mittelamerika. Und wohl der beste Ort auf der ganzen Erde diesen Göttervogel zu sehen. Allmählich und seitdem die Schutzbemühungen greifen und die Bestände stabiler werden, hat sich hier ein regelrechter Quetzaltourismus eingestellt. Ein halbes Dutzend Herbergen schmücken ihren Namen mit dem des Vogels. Die angebotenen Quetzaltouren finden zumeist auf der abenteuerlichen Zufahrtsstraße statt und locken in der Hochsaison oft 100 Leute und mehr zu dieser unchristlichen Morgenzeit in den Nebelwald. Aber die Trefferquote, den „Avocadofresser“ zu sehen, liegt bestimmt bei über 90%.
In dieser Gegend sind aber auch ganz viele andere noch interessantere Vögel zuhause. Und oft findet man hier eben ganz andere Arten als im Tiefland. Als Beispiele möchte ich mal Eichelspecht, Sturzbach-Kleintyrann, Einfarb-Hakenschnabel oder Langschwanz-Seidenschnäpper nennen.
Viele Lodges bieten eigene Trails zur Vogelbeobachtung und zum Wandern an. Und dazu lokale Kompetenz, um „Kleines Gefiedertes“ zu finden. 

 

Aktivitäten:

Hier wird natürlich Wandern und Birdwatchen groß geschrieben. Aber auch Liebhaber von malerischen Hochgebirgslandschaften kommen hier voll auf ihre Kosten. Der Rio Savegre steht in Attraktivität den Flüssen in Skandinavien oder in den Pyrenäen um nichts nach. Die bis zu 45 Meter hohen, imposanten Eichenwälder (mittelamerikanische Eichenarten!) mit enorm vielen Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) lassen auch die Herzen von Botanikern höher schlagen.
Wer möchte kann hier auch Mountainbike fahren, Reittouren unternehmen oder auch Angeln. 

 

Die Trogon Lodge 

Unterkunftstipps:

  1. Mit Vogelbeobachtern bevorzuge ich die Trogon Lodge. Sie bietet rund 5 km eigene Trails und ein gutes Gartenumfeld sowie nahegelegene Wirtschaftswege zum Birden. Außerdem, wie auch die nächste Lodge, direkt am Rio Savegre gelegen. 
  2. Weiter mit schönem Garten und bestimmt 10 km Wanderwegen bis hoch in die Berge möchte ich die Rio Savegre Lodge empfehlen. Hier ist das Essen vielleicht etwas besser?
  3. Einfacher, ohne eigene Wanderwege, die Suria-Lodge. Dafür befindet sie sich sehr nahe am Eingang zum Wasserfalltrail. 
  4. Im Luxusbereich angesiedelt ist die Dantica-Lodge. Mit tollen Zimmern, bodentiefen Fenstern mit unbeschreiblicher Aussicht. 

Alle Lodges bieten täglich die Quetzaltour. Und natürlich von Fachleuten geführte Vogelbeobachtungstouren im Nebelwald Costa Ricas.

 

Unser Fazit: Ein hochinteressantes Tal für Vogelbeobachter und Naturfreunde. Sollte in keiner Naturreise Costa Rica fehlen. Klasse Birdwatching-Guides in den Lodges!

Vulkan & Massiv des Poas

-für Birdwatcher & Landschaftsfans - 

 

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Laguna de Hule 

Im Überblick:

  • 30 km nördlich von Alajuela und dem Internationalem Flughafen Juan Santamaria
  • 1,5 Fahrstunden von San Jose entfernt (also Tagesausflugsziel)
  • Anfahrt über Alajuela: mehrere asphaltierte kleinere Bergsträßchen erschließen den Süd- und Ostteil
  • Anfahrt über Sarchi, wenn man den Westteil besuchen möchte
  • Gigantisches Vulkanmassiv bis in 2500 Meter Höhe mit Nationalpark um den aktiven Krater herum (zur Zeit wegen hohen Aktivität nur beschränkt zugänglich)
  • X1: Als Tagestour und für „Gerneautofahrer“ ist eine ganze Umrundung machbar. Dann bleibt aber nur Zeit für kurze Besichtigungen (Route: Alajuela – San Pedro – Chinchona – Laguna Hule - Rio Cuarto – Bajos del Toro – Sachi – Alajuela).

Die Region um den Vulkan Poas ist ideal für den Anfang oder das Ende der Reise. Zu Beginn, wegen der mäßigen Temperaturen, besonders angenehm zur Akklimatisierung. Zudem kann man in der Nähe des Airports wohnen und die gute Infrastruktur der Region nutzen.

 

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Laucharassari  

Aktivitäten: 
Wenn sie aus Alajuela kommen, ist zu einem ersten Stopp in San Pedro de Poas zu raten. Hier spaziert man durch den Park, schaut mal die Kirche oder trinkt noch einen Kaffee, falls der im Hotel schlecht war. Dann empfehle ich für Kolibribeobachtung den Garten von „Freddo Fresas“ (Hier den besten Erdbeermilchshake der Welt trinken!) rund 15 km vor dem Nationalpark. Weiter für Birdwatcher die Soda Mirador de Chinchona, am Osthang des Poas auf rund 1800 Meter. Hier gibt’s Laucharassaris, Andenbartvögel und Silbertangaren.
Landschaftlich schön und etwas für Wanderer ist dann einige Kilometer weiter die Laguna de Hule ein besonderes Highlight. Die Zufahrt erfolgt über eine Naturstraße, welche aber auch ohne Allrad aber mit Bodenfreiheit gut machbar ist.
Auf der Westseite des Poas befindet sich der höchste Wasserfall Costa Ricas, der Catarata del Toro. In einem kleinen Schutzgebiet mit Wanderwegen sind ebenfalls viele Vögel zu finden. Am Soda-Lokal wird angefüttert und Kolibris und Co sind sehr zutraulich. Sonntags ist der Privatpark geschlossen.
Die oben im „Überblick“ vorgeschlagene Route (X1) führt fast immer über wenig befahrene Sekundärstraßen. Es lohnt an vielen Stellen auszusteigen und noch kleiner Seitenwege zu Fuß und mit dem Fernglas zu inspizieren.
An der Südflanke des Poasmassives lohnen die Orte Sarchi und Grecia einen Besuch. Sachi kann mit einem Botanischen Garten (Jardin Botanico Else Kienzler) und Kunsthandwerksgeschehen rund um die kitschig bunten Ochsenkarren aufwarten. Grecia mit einer hübschen Kirche, Parque Central und Geschäften.

 

Villa San Ignacio in Alajuela 

Unterkunftstipps:

  1. In Rande von Alajuela, an der Straße die in Richtung Poas führt, da befindet sich unser „Haushotel“ Villa San Ignacio. Ein weitläufiger Garten lädt schon nach Ankunft und noch mit Jetlag und zerknittertem Gesicht zu kleinen Erkundungen ein. Gutes Restaurant, Pool und freundliches Personal. Gehobene Mittelklasse je nach Zimmer. 
  2. In Atenas, einer sehr netten Kleinstadt, wohnt man gut im Colinas del Sol. Sicher ist es etwas Anreiseweg zum Poasmassiv, aber wenn man keine ganze Umrundung machen möchte ist es auch sehr gut. Großer Garten mit Pool. Restaurant. Atenas ist fußläufig erreichbar und immer ein Ausflugstipp für den letzten Tag einer Reise! Und weiter ist die legendäre alte Eisenbahnbrücke mit Bahnhof der Strecke San Jose- Puntaranas in der Nähe!
  3. Ein weiteres Hotel, näher am Poas (bei San Perdo de Poas), ist das Linda Vista. Leider nur ein innenliegendes Restaurant. Große Zimmer und guter Service. Der Garten bietet auch einen Pool und schöne Aussicht über das Zentraltal.

 

Unser Fazit: Wer nicht in Monteverde oder San Gerardo de Dota war und wem dieser Lebensraum des Nebelwaldes in Costa Rica noch fehlt, der sollte hier noch einen vollen Tag einplanen. Den Quetzal am Poas zu sehen ist eher schwierig, aber Hochlandkolibris, Schwazbauchguan und Costa Rica Taube sind auch tolle Birds!

Die Autoren

Sabrina Martens

Seit meiner Kindheit leitet mich die Freude und das Interesse an der Natur. Mein Entdeckergeist führte mich in verschiedene Länder. Dort entwickelte sich aus dem naturkundlichen Interesse und der Leidenschaft für Vogelbeobachtung die berufliche Reiseleitung & Reiseausarbeitung für Naturfreunde. 

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Stephan Martens

Meine Leidenschaft ist die Natur. Und mein Traumberuf seit rund 20 Jahren Reiseleiter: Naturreiseleiter, aber auch für Ornithologische Reisen. Ökologische Zusammenhänge und die anthropogenen Auswirkungen sind mir dabei wichtig. Es gefällt mir, mich gemeinsam mit Reisegästen für Naturschönheiten zu begeistern.

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Mit unserer Reiseveranstaltung DieNaturreise veranstalten wir Reisen nach Costa Rica für Naturfreunde, Ornithologen und Reisende, die das Land intensiv kennen lernen wollen.

Seit über 20 Jahren leiten wir die Touren selbst und entwickeln eigene Reisen mit eigenen Routen. Wir legen auch Wert auf kleine Unterbringungen, die familiär geführt werden und naturnah gelegen sind.

Unsere Gruppen in Mittelamerika sind mit maximal 6 Teilnehmern von einem privaten und freunschschaftlichen Charakter. Eine Mietwagentour für Selbstfahrer schneidern wir nach Maß und erstellen Ihnen eine Reise, die zu Ihnen passt. 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Stephan Martens auf den Hanging Bridges 

Weiterführende Information

Interessante Naturreisen

Große Costa Rica Naturreise

Seit über 20 Jahren bewährt und mit den Reiseleitern Sabrina und Stephan Martens. Diese Reise mit nur 4-6 Personen bietet das komplette Bild von Costa Rica und besucht alle relevanten Lebensräume. Tiere sind ein Schwerpunkt, aber auch Botanik, Landwirtschaft und Ökologie kommen nicht zu kurz. Auf leichten Wanderungen und Ausflügen haben sie viel Zeit für Beobachtungen und Fotos. In sehr kleiner, fast privater Gruppe, entdecken Sie die Kultur und Küche der Ticos.  

Kleine Costa Rica Naturreise

15 Tage in kleiner, fast privater Gruppe von 4-6 Personen. Mit zwei deutschen, naturkundigen Reiseleitern. Eine seit über 20 Jahren bewährte und siche Route speziell zur Natur- und Tierbeobachtung. Weitere Schwerpunkte sind die Ökologie und Landwirtschaft. Gehen sie mit auf Entdeckungsreise durch die Schweiz Mittelamerikas und wohnen sie in ausgesuchten Naturlodges. 

Ornithologische Costa Rica Rundreise

Unsere Ornithologische Rundreise durch Costa Rica. Mit Reiseleiter Stephan und Sabrina Martens. Beobachten, verstehen und genießen ist das Motto der Reise. Sie besuchen alle relevanten Lebensräume und nehmen sich Zeit zum Beobachten und Fotografieren. Auf rund 250 Arten dürfen sie sich freuen. Ein Artenzählen oder Rekordversuche sind nicht geplant, denn es soll auch die Zeit für Beobachtung bleiben. 

 Ihr Spezialist für Costa Rica und Spanien
sowie besondere Naturregionen.