Flora & Fauna / Costa Rica

Costa Ricas Tukane: Rabauken im Kronendach

"Ein Schnabel für alle Fälle"
29. April 2021

Mittelamerika

Costa Rica

Costa Ricas Tukane: Rabauken im Kronendach

Sie leben in den Kronendächern aller Vegetationszonen des Landes Costa Rica. Tukane sind sicher die schrulligsten und frechsten Einwohner. Mit ihren bunten Schnäbeln verschaffen sie sich Kühlung und räubern, was sie bekommen können. Wir schauen uns mal, an welche sechs Arten in Costa Rica leben und wo wir sie, wie oft beobachten können. 

Allgemeines über den Tukan

-Aussehen & Besonderheiten-

Alle Tukane sind entfernt verwandt mit den Spechten. Die Körpergröße der in Costa Rica lebenden Tukane variiert von 30 cm – 56cm.

arassar-halsbandarassarici.baumgartner.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/arassar-halsbandarassarici.baumgartner.jpgI. BaumgartnerI. Baumgartner
Halsband-Arassari 
Alle sechs Arten haben einen auffälligen und bunten Schnabel. Die proportionale Größe des Schnabels nimmt mit der Körpergröße zu. Arassaris, also kleinere Tukanarten haben noch relativ "normalgroße" Schnäbel, während die beiden Großen Arten schon rechte "Zinken" haben.

Eine beliebte Gefiederkombination ist gelb-schwarz-glänzend oder grün-blau. Faszinierend dabei ist, dass das Gefieder im tropischen Regenwald so mehr als Tarnung dient. Die Farbtupfer imitieren Früchte oder bunte Bromelien im Kronendach. In deren Nähe sie sich ja auch oft aufhalten. 

 

Tukane besitzen, wie die Spechte, 2 Zehen vorne und 2 Zehen hinten. Die Füße der großen Vögel sind kräftig und stark, denn die sind angepasst an das Leben im Kronendach. Dort hüpfen sie geschickt hin und her. Fliegen ist, bei der Größe des Vogels und des Schnabels, ehr nicht ihre bevorzugte Disziplin.

 

Sie Leben in allen Höhenlagen des Landes und man kann verschiedene Arten je nach Region beobachten. Wenn man ein Exemplar sieht, ist es schon sofort klar: Das muss ein Tukan sein. 

 

-Ein Schnabel für alle Fälle-

 Der Schnabel ist innerlich mit Luft gefüllt und wiegt fast nichts. Seine Verwendung ist vielseitig:

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Fischertukan 

 

  • Futter
    Die auffälligen und besonders schönen Schnäbel der Tukane sind besonders nützlich bei der Futtersuche. Sie können damit Früchte heranholen, die sich in den äußeren Bereichen der Äste befinden. Sie jagen auch Frösche, Insekten und Reptilien. Auch räubern Sie Nester von anderen Vögeln, die sich sicher gut überlegen, ob sie sich mit den gezahnten Großschnäbeln anlegen. Auch das eigene Nest wird mit den Schnäbeln verteidigt.
  • Kommunikation
    Zur innerartlichen Kommunikation wird der farbenfrohe Schnabel natürlich auch genutzt. Kontrahenten wird gedroht und attraktive Partner werden angelockt. Auch Schnäbel-Kämpfe zum Spaß oder Ernst kann man beobachten und sind dann laut hörbar. Werden wie ein Fechtduell ausgeführt.
  • Kühlung
    Wichtig ist für die Tukane auch die Regulierung ihrer Körpertemperatur. Sie können die Wärmezufuhr zum Schnabel regulieren und so überschüssige Körperwärme an die Umgebung abgeben, oder eben nicht.

 

-Balz. Fortpflanzung und Aufzucht-

Tatsächlich spielt der Schnabel bei der Balz eine wichtige Rolle. Aber die Draufgänger können auch "liebevoll", denn die Liebe geht bei dem monogamen Tukan durch den Magen. Ein liebvolles Füttern von leckeren tropischen Früchten suggeriert dem Partner die Bereitschaft zur Fortpflanzung.

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Swainson-Tukan 

In natürlichen Baumhöhlen legen die Tukane ihre Eier, denn obwohl Sie mit den Spechten verwandt sind, können Sie ihre Löcher nicht selbst schlagen. Dafür sind ihre Schnäbel nicht geeignet.

Die Jungen brauchen lange, bis sie selbständig sind und werden noch lange von den Eltern versorgt. 

 

-Nahrung und Futtersuche-

Wir haben ja schon festgestellt, dass der Tukan ein Opportunist ist. Er pflückt leckere Früchte, jagt fast alles, was er überwältigen kann und plündert auch sehr rücksichtslos Nester, z.B. vom sehr verbreiteten Trauerkönigs-Tyrann, wie wir auf unseren Rundreisen schon live erleben mussten… Manche tun das im Trupp, wie der Halsband-Arrassari und rufen, lärmen dabei laut umher.

Besonders toll zu beobachten ist das Beerenwerfen der Tukane. Sie pflücken mit ihrer Schnabelspitze Beeren und werfen sie sich dann in den Rachen oder sogar manchmal einander zu. Große Früchte pressen sie aus und nehmen den Saft auf. Der Schnabel hat auch eine gezackte Kante, so kann er besser die Früchte festhalten und lenken. 

Die Arten - Unsere Übersicht

Welche Arten gibt es und wo und wie oft können wir die Tukane auf unseren Reisen sehen? 

 

Vorab: Wir sehen die Tukane häufig in Costa Rica.

Vier Arten hatten wir bis jetzt immer auf den Touren, meist sogar fünf. Der Grund ist einfach, der Tukan leidet oft unter der Zerstörung seines Lebensraumes, dem Abholzen des Regenwaldes für Palmöl, Kaffe und Ananas und den üblichen problematischen Monokulturen für den modernen Menschen.

In Costa Rica gibt es aber noch recht viele intakte Regenwaldgebiete, die auch im Vergleich zu den anderen tropischen Ländern gut geschützt werden. 

 

Die Arassaris in Costa Rica: 4 Arten

Kleine bis mittelgroße Tukane


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Laucharassari 
  

 

 

1. Der Lauch-Arassari (Aulacorhynchus prainus)

 

  • Einziger Vertreter der Grün-Arassaris
  • Verbreitung: ab 800 Metern
  • Häufigkeit: mittel, der einzige der Tukane, den wir nicht immer und auf jeder Rundreise sehen

 

 


arassarihalsband.martinkerstingjpgcra004b01.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/arassarihalsband.martinkerstingjpgcra004b01.jpgM. KerstingM. Kersting
Halsband-Arassari 
 

 

 

2. Der Halsband-Arassari (Pteroglossus torquatus)

 

  • Vertreter der Schwarzarassaris
  • Verbreitung: Nordenwesten und Ostküste Costa Ricas
  • Häufigkeit: oft, besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten in Boca Tapada

  

 

 



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Feuerschnabelarassari 
  

 

 

3. Der Feuerschnabel-Arassari (Pteroglossus frantzii)

  • Vertreter der Schwarzarassaris
  • Verbreitung: Südwesten Costa Ricas
  • Häufigkeit: oft, besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten in Uvita und auf der Osa-Halbinsel

 

 

 


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Gelbohr Tukan 
 

 

  

4. Der Gelbohr-Arassari (Selenidera spectabilis)

  • Besonderheit: Geschlechtsdiphormismus
  • Häufigkeit: sehr selten, wir haben den Gelbohr-Tukan noch nie gesehen, das Foto stammt aus Panama

  



tukanfischermartinkerstingcra004b01.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/tukanfischermartinkerstingcra004b01.jpgM. KerstingM. Kersting
Fischertukan 
 

 

 

5. Der Fischertukan (Ramphastor sulfuratus)

  • Besonderheit: hat den buntesten Schnabel der Welt
  • Verbreitung: Nordenwesten und Ostküste Costa Ricas
  • Häufigkeit: häufig, sogar schon im Zentraltal 

 

 


 

 

 

tukan-swainsoncutaruempler.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/tukan-swainsoncutaruempler.jpgU. RümplerU. Rümpler
Swainsson-Tukan 
 

6. Der Swainsson-Tukan (Ramphastor ambiguus)

  • Besonderheit: der Ruf klingt nach einem Jammern
  • Verbreitung: Ostküste Costa Ricas und im Südwesten
  • Häufigkeit: häufig, sogar schon im Zentraltal 

 

 


Die Autorin

Sabrina Martens

Seit meiner Kindheit leitet mich die Freude und das Interesse an der Natur. Mein Entdeckergeist führte mich in verschiedene Länder. Dort entwickelte sich aus dem naturkundlichen Interesse und der Leidenschaft für Vogelbeobachtung die berufliche Reiseleitung & Reiseausarbeitung für Naturfreunde. 

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