Reisetipps / Costa Rica

Manuel Antonio & die Hafenstadt Quepos

"Besuchen oder Meiden? - Unser Struggel mit dem beliebtesten Nationalpark Costa Ricas"
02. August 2020

Mittelamerika

Costa Rica

Quepos & der Nationalpark Manuel Antonio

Immer wieder fragen wir uns, ob wir den Park Manuel Antonio und das Städchen Quepos in unseren Rundreisen im Programm lassen sollen, oder ob wir den Tag noch an anderer Stelle nutzen können. Wie ein Besuch des Parkes auf unseren Rundreisen aussieht und warum wir das so machen haben wir Ihnen in diesem Artikel zusammen gefasst.

 

manuelantonioinselvornecata.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/totenkopfaeffchen2martinkerstingcr_a004b06.jpgMartin KerstingUta RümplerCATA
Nationalpark Manuel Antonio 

Weißer Sand und smaragdgrünem Wasser, Faultiere an den Bäumen und Affen „zum Anfassen“. Berühmt, beliebt und auch berüchtigt bei nationalen und internationalen Touristen ist er, der meistbesuchte Nationalpark Costa Ricas...

...der Nationalpark Manuel Antonio

Lage: 5 km südlich von Quepos (gut beschildert und einfach zu finden)

Eintritt: 18 Dollar für internationale Touristen 

Öffnungszeiten: DI-SO 07:00 – 16:00 Uhr ACHTUNG: Seit April 2021 Dienstags geschlossen! 

 

Der Nationalpark Manuel Antonio hat eine Fläche von insgesamt nur 7 qkm Land, plus Meeresteil und großzügiger Pufferflächen und neu angelegten biologischen Korridor in die Berge. 

Der Park schützt auch 12 Inseln, die Zufluchtsorte für verschiedene Arten von Seevögeln sind. Er verfügt auch über wunderschöne Strände: Espadilla Sur, Manuel Antonio, Punta Catedral und Puerto Escondido. Auch eine 14 Hektar große Lagune und einen Mangrovensumpf gibt es. Die Punta Catedral, die die Strände von Manuel Antonio und Espadilla Sur verbindet, ist wirklich ein besonderes schöner Ort. 

 

329 Vogelarten, 109 Säugetierarten, eine reiche Meeresfauna und 254 Gehölzarten

  

Drei- und Zweifingerfaultiere, Brüll- und Kapuzieneraffen, Leguane, Totenkopfäffchen, Gelbhosenpipras und Veilchentrogone, Muränen, Kaiserfische, Igelfisch und Schlangenseesterne sind nur einige der Vertreter dieses Schutzgebiets.

faultierdreifinger_katjaconnyhornung.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/faultierdreifinger_katjaconnyhornung.jpgKatja & Conny HornungJosef StegmillerBianca HahnKatja & Conny Hornung
Dreifingerfaultier 

Sicherlich ist der Park DER Grund, diese Region zu besuchen. Hier können selbst ungeübten Naturbeobachter einfach Weißschulter-Kapuziener und Brüllaffen aus der Nähe sehen. 

Erfreulich ist auch, dass die Nähe zu einem der schönsten Strände und der traumhaften Dschungelkulisse auch einheimische Touristen lockt. Der Park trägt so dazu bei, dass eine Verbundenheit zur Natur entsteht und hoffentlich auch den Wunsch unterstützt, die Natur zu erhalten. 

 

Tipps für Ihren Besuch:

Fahren Sie durch bis zum Ende der Straße an den Strand und lassen Sie sich NICHT von dem ersten energischen Parkplatzeinweiser mit Gelbweste und Pfeife zum Abstellen Ihres Fahrzeugs drängen. Ganz vorne ist noch ein großer Parkplatz für ca. 3000 Colones (6 Dollar). Wenn der voll ist, können sie immer noch zurück. 

Lösen sie ihr Ticket bei der Cooperaleza-Bank. Cash oder Visacard. Mastercard wird nicht akzeptiert. 

Nehmen Sie keine Kekse oder Brote mit in den Park. Sie werden am Eingang darauf kontrolliert. Einige Unbelehrbare füttern im Park die Affen und Waschbären. Die kommen Ihnen dort deshalb sehr nahe und um weiteren Schaden zu vermeiden, wurde die Mitnahme der für die Tiere ungesunden Lebensmittel verboten. Bitte lassen sie auch Taschenmesser und ihr Schnellfeuergewehr im Hotel; sie sind ebenfalls verboten.

Gehen Sie so früh sie können in den Park und laufen Sie zunächst bis hinten durch. An den Touristentrauben vorbei. Alles was es dort zu sehen gibt, kann sicherlich später auch noch beobachtet werden. Die Gruppen, die sich hier "zusammenknubbeln", bestehen zumeist aus Reisenden, die ihre erste Begegnung mit der Tropennatur hier haben. 

Nehmen Sie Schwimmsachen mit, der Strand ist einer der schönsten des Landes. Es sollte aber immer einer beim Rucksack bleiben, nicht nur wegen der Affen und Waschbären.

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Weißschulterkapuziener 

Der Park bietet sichere und einfache Wanderwege, sanitäre Einrichtungen, nicht immer ganz sauber. Trinkwasser, Beschilderung und verschiedene natürliche Aussichtspunkte. Auch einen relativ teuren Snackshop gibt es nahe dem Strand mit einer Eisdiele (...so viel zum Thema: Speisen verboten…).

 

Die Beste Route durch den Park: 

  1. Nach der (oberflächlichen) Taschenkontrolle geht es über einen Holzsteg in den Park. In der Hochsaison werden Sie hier auf viele Gruppen und Guides treffen. Laufen Sie an ihnen vorbei. Sie können am Besten an der ersten Gabelung links auf dem Schotterweg bleiben. Folgen Sie dem Weg bis zur Cafeteria rund 1 km.
  2. So können Sie in Ruhe den Weg hinter der Cafeteria links nehmen und dort gemütlich den schönen Aussichtspunkt erklimmen. Eine Treppenanlage läßt sie unterwegs ganz schön ins Schwitzen kommen. Auf dem Weg können schon Faultiere in den Bäumen hängen oder Brüllaffen zu sehen sein. 
  3. Auf dem Rückweg geht ein kleiner Weg mit einigen Stufen nach links weg. Der Weg führt sie zu einem schönen Strand. Auf diesem Weg haben wir schon oft Veilchentrogone oder den Königsspecht gesehen. Am Strand können die ersten Kapuzineraffen auftauchen und sicher finden sich dort schwarze Leguane.
  4. Folgen Sie dem Weg wieder zurück zur Cafeteria und weiter zum Strand und der Punta Catetral. Laufen Sie auch hier an den Menschen vorbei im hinteren Teil findet man meist ein schönes Plätzchen zum Baden. Sie finden hier auch Wasserspender und Duschen. 
  5. Auch gibt es einen schönen Weg auf die kleine Halbinsel. Im Inneren der Halbinsel ist Primärwald vorhanden und einige hübsche Aussichtspunkte, aber auch viele Stufen. Spätestens jetzt sollten Sie mal ein Faultier gesehen haben und mit Sicherheit springen hier die Affen am Strand herum. Achten sie auch auf Agutis und Weißwedelhirsche. Und auf teils agressiv auftretende Waschbären.  
  6. Auf dem Rückweg kann man hinter dem Strand Espadilla Sur durch einen Mangrovenwald auf den Holzweg zurückgehen. Achten Sie in den Mangroven auf den sehr seltenen Erzfischer, auf Krabben und Kaimane. Folgen Sie nun dem Holzsteg durch den Wald wieder zum Ausgang. Hier kommen sie nun an den sich etwas geleerten Eingangsbereich zurück und können noch mal auf Totenkopf-Affen und Faultiere achten. Erfreut nach oben blickenden Menschen sind immer ein Hinweis auf deren Anwesenheit.  

Auf unseren Natur-Gruppenreisen rechnen wir für diesen Besuch einen guten halben Tag ein. Für die Wege reichen Ihnen circa 3 – 4 Stunden reine Laufzeit. Je nachdem, wie lange Sie gerne Baden oder Fotografieren und Beobachten möchten. Der Park bietet wirklich sehr gute Möglichkeiten, den Tieren nahe zu kommen und auf kleiner Fläche viel Abwechslung mit guten Wegen. Deshalb lassen wir den Park in unserem Programm, obwohl er grade im Januar und Februar voll ist. Und natürlich Weihnachten und Ostern.  

quepos_marcussigmund.jpghttps://die-naturreise.de/sites/default/files/pictures/lib1/quepos_marcussigmund.jpgMarcus SigmundSonja & Stefan ManigattererMarcus Sigmund
Straße in Quepos 
 

Warum übernachten wir in Quepos – der kleinen Hafenstadt?

Die Stadt Quepos liegt ebenfalls am tropischen Regenwald, in dem ebenso viele Tierarten beobachten können. Oft fliegen hier Hellrote Aras durchs Dorf. Wir haben Sie sogar zuletzt schon auf dem Kirchendach der Stadt beobachtet. 

Trotz der touristischen Aufmerksamkeit durch den Park ist Quepos noch Costaricanisch geblieben. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dort zu Übernachten und nicht auf dem 5 Kilometer langen Weg nach Manuel Antonio, der mit seinen Zipline-Attraktionen und Themenrestaurants eher an Disneyland erinnert und berühmt ist für sein Nachtleben. 

Ein wirklich schönes Highlight des Städtchens ist ab 17:00Uhr der Hafen, an dem der Naturfreund ein besonderes Abendkonzert der Dohlengrackeln hören kann. 

Sie können auch an der Promenade entlang spazieren, zur neuen Marina, und am Abend in einem der Fischrestaurants einkehren. Bestimmt kommt bei einem leckeren Cocktail und dem wunderschönen Sonnenuntergang im Trubel der Stadt Urlaubsfeeling auf.  

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Sonnenuntergang am Hafen von Quepos 

 

Wie viele Tage sollte man für die Region einrechnen?  

Wir sagen, eine Übernachtung als Zwischenstopp reicht dem Naturfreund. Es ist doch recht "rummelig". 

Umliegende Strände, wie der Playa Matapalo oder der Playa Esterillos, sind kilometerlang, fast menschenleer. Also zum Baden und entspannen besser geeignet. Und, by the way, von hier ist auch ein Aussflug zum Park möglich!

Tierbeobachtungen sind besonders einfach im Park, aber der halbe Tagesausflug reicht um den Nationalpark zu entdecken. 

Schnorcheltouren und Walbeobachtungen können gut auch von z B Uvita, etwas weiter südlich, gemacht werden. 

Deshalb finden wir: Es reicht eine Übernachtung. 

 

Tipp: Fragen Sie im Hotel, ob Sie ihr Gepäck für den Ausflug in den Park stehen lassen können. Bitte nicht im Auto lassen!

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Hellroter Ara 

 

Exkurs: Lage, Klima & Vegetation

Lage
Quepos und der Nationalpark Manuel Antonio liegen am Zentralpazifik in der Provinz Puntarenas. 
150 Kilometer südlich vom Flughafen. (ca. 2,5 h)
 
Empfohlene Routen
Ruta 34: An der Pazifikküste entlang (Richtung Orotina & Puntarenas – Tarcoles &  Jaco – bis Quepos)

Die Straße ist in einem guten Zustand, der Teil Richtung Puntarenas ist eine gute Autobahn (mit 2-3 Dollar Maut) der Zweite Teil ab dem Abzweig Tarcoles, Jaco ist vergleichbar mit einer Überlandstraße in Deutschland.
 
Klima
Tropisches dauerfeuchtes Tieflandklima mit maritimen Einflüssen. Ständig und regemäßig hohe Niederschläge, aber mit etwas trockenerer Phase im Dezember bis März. Regen über den ganzen Tag ist eher selten. Zumeist sind es kurze und heftige Schauern zum Teil mit Gewitter. Temperaturen in wolkigen Phasen am Tage mit Maxima von 28 bis 30 Grad relativ moderat. In regenärmeren Zeiten können die Tagesmaxima auch 34 Grad erreichen.
In den Nächten kühlt es selten unter 20 Grad ab. An den Hängen der Hügel wirkt sich der Land-Wind in der Nacht und auch der See-Wind am Tage angenehm kühlend aus.
 
Vegetation
Tieflandregenwald mit zum Teil noch Primärwald. Das bedeutet, er ist seit mehr als 100 Jahren nicht mehr gestört worden. Die ersten 500 Meter an der Küste sind maritim geprägt. Mit diversen Arten von höherer Salztoleranz und Windbeständigkeit. Im Zentrum des Nationalparks gibt es einen Mangrovensumpf. Die Küste selbst besteht zum Teil aus hellem Sand, dann wieder felsigen Abschnitten. Der Gezeitenunterschied von rund 2,5 Meter sorgt im Bereich von Flussmündungen für trockenfallende Kies- und Schlammflächen. Weiter Flussaufwärts dann für Flussmangrovenwälder. 

Unser Fazit zum Park Manuel Antonio 

Die Einfachheit, mit der wir im Park eine Menge an guten und sehr nahen Tierbeobachtungen machen können und das typische Flair in Quepos lassen uns immer wieder zum Schluss kommen: Diese Region ist eine Übernachtung wert. Rechnen Sie aber zur Hochsaison mit Menschenmengen und Lärm. 

Die Autoren

Sabrina Martens

Seit meiner Kindheit leitet mich die Freude und das Interesse an der Natur. Mein Entdeckergeist führte mich in verschiedene Länder. Dort entwickelte sich aus dem naturkundlichen Interesse und der Leidenschaft für Vogelbeobachtung die berufliche Reiseleitung & Reiseausarbeitung für Naturfreunde. 

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Stephan Martens

Die Natur ist meine Leidenschaft. Und mein Traumberuf seit rund 20 Jahren Reiseleiter: Genauer gesagt bin ich Naturreiseleiter und leite auch Ornithologische Touren. Ökologische Zusammenhänge und die anthropogenen Auswirkungen finde ich spannend. Mit Gästen Naturbegeisterung teilen, das gefällt mir.

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Markus SigmundMarkus Sigmund
Stephan & Sabrina am Mirador im Park Manuel Antonio 

Weiterführende Information

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