Information / Costa Rica

Straßen, Verkehr und Autos in Costa Rica

"Alles rund um's Autofahren im Naturparadies"
13. Mai 2021

Mittelamerika

Costa Rica

Straßen, Verkehr und Autos im Naturparadies

Sie liebäugeln mit einer Costa Rica Reise? Sie überlegen, dort selbst und individuell unterwegs zu sein? Aber Sie sind sich noch nicht ganz sicher, ob Sie dort selbst fahren möchten? Für unsere Mietwagenreisenden und Individualkunden haben wir hier die Verhältnisse beschrieben....

Denn wir kennen das Land vielleicht besser als unser Heimatland? Innerhalb der letzten 25 Jahre habe ich selbst-fahrend schon rund 200.000 km auf den Straßen des kleinen Landes verbracht. Immer mit Mietwagen verschiedenster Art: Bussen, Pickups, Geländewagen, SUVs und normalen "langweiligen" Limousinen. Und unfallfrei...was sicher nicht auf meine mittelmäßigen Fahrkünste zurück zu führen ist, sondern der entspannten Art und Weise geschuldet ist, wie in Costa Rica alles abläuft. 

 

Auf einen Blick:

• Verkehrsregeln und Verhalten wie in Südeuropa

• Lassen Sie sich Zeit und achten Sie auf Besonderheiten

• Wagen mit Bodenfreiheit

• Navigation mit Hotspot und der App WAZE

 

Die Straßen in Costa Rica

Die Verhältnisse der Straßen selbst in Costa Rica sind besser als ihr Ruf.

strasse-samara.jpg
"Naturstraßen" in Costa Rica 
In schlechten Reiseführern steht oft noch, dass die Straßen mit Schlaglöchern durchsetzt sind und dass es noch immer viele Schotterpisten gibt. Das ist lange Geschichte, auch weil der aktuelle Präsident Alvaro die Verbesserung der Straßen zum ersten politischen Thema der letzten Wahl machte. 

 

Die Straßenbeläge, Verkehrszeichen, Kreuzungen mit Ampel und Kreisverkehren, Banketten und deren Befahrbarkeit sind allesamt sicher einfacher gestaltet, als in Mitteleuropa. Aber es ist schon gut durchdacht und in gutem Zustand. Es kommt sicher öfter als in Europa vor, dass mal ein Lichtzeichen nicht funktioniert, eine Linie nicht mehr sichtbar ist oder gerade in der Stadt nicht direkt erkennbar ist, wer nun Vorfahrt hat. 

 

Es gibt nur noch selten Schlaglöcher, Hindernisse auf den Fahrbahnen oder Erdrutsche, die Passagen ganz unmöglich machen. Auch Hochwasser und Überflutungen von Straßenbereichen treten sicher wegen des Regenwaldklimas öfter als in Deutschland, Schweiz und Österreich auf, aber die Straßenbehörden und Reparaturtrupps sind zügig vor Ort und routiniert bei der Arbeit. 

 

Es gibt auch immer weniger Schotterstraßen im Land. Ich nenne sie gerne „Naturstraßen“, weil sie auch einen gewissen Abenteuercharme haben, zum Langsamfahren zwingen, weil man auf ihnen, auch wenn man mal ein Tier sieht, einfach so anhalten kann. So stehen auch hierüber in vielen Reiseführern unrichtige Dinge. Die Schotterpisten sind zumeist mit normalem PKW befahrbar. Gut, ein wenig Bodenfreiheit mehr als ein tiefergelegter PS-Protz schadet nicht, aber es braucht kein Allrad. Ohnehin sind auch mit 4x4 Leihfahrzeugen dann sehr schlechte Wege und Flussdurchquerungen untersagt. 

Die Qualität ist besser als früher, weniger Schotteranteil hat es auch. Aber schneller kommen Sie heute auch nicht durch das Land, als wie vor 20 Jahren. Denn es gibt mehr Autos, mehr Staus und Baustellen. Planen Sie auf Überlandfahrten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h. Wenn Sie San Jose zu durchqueren haben, dann sollten Sie immer noch eine Stunde zugeben. Planen Sie immer so, dass Sie mindestens eine Stunde vor Dunkelheit, also in der Regel bis 17 Uhr, am Zielort sind. 

Wenn Sie also schon mal mit dem Wagen in Spanien, Portugal oder auch Griechenland, Türkei unterwegs waren, dann fahren Sie auch gut in Costa Rica. 

Die Verkehrsregeln in Costa Rica

Es wird, wie bei uns, rechts gefahren.

schilffaunacdrohlendorg.jpg
Bitte an die Geschwindigkeiten halten, auch wenn Sie manchmal der Einzige sind :o) 
Das höchste erlaubte Tempo liegt bei 80 km/h. Es gibt wenige Strecken, da sind auch 90 zugestanden. In der Stadt hält man sich an die 50 und vor Schulen an 25 km/h. Nicht immer ist klar, wann eine Stadt anfängt und aufhört. Denn Orteingangsschilder oder Ausfahrtshinweise gibt es nicht. Und dann gibt es natürlich auch Schilder zu Tempolimits, aber dann wieder kein Hinweis, wann das Limit aufgehoben ist. Somit ist man angehalten, ein gewisses Fingerspitzengefühl dafür zu entwickeln. 

 

Grundsätzlich gilt rechts vor links. Aber auch das „Recht des Stärkeren“. LKW´s vor Bussen, Busse vor PKW, alle KFZ´s vor Radfahrern und Fußgängern. Wer mit einer Radtour liebäugelt, der sollte das bedenken. Wer als Fußgänger eine Fahrbahn überquert oder am Rande benutzt, sollte nicht meinen, dass ihm Rechte wie in Europa zugestanden werden. Denken Sie als Tourist unbedingt daran! Auch weiter daran, dass Bordsteine, Gullys oder Schächte nicht so abgesichert und normgerecht gestaltet sind wie Zuhause. So kommt es schon mal vor, dass hier und da ein Gullideckel fehlt oder eine Ananas in der Warnweste eine Gefahrenstelle anzeigt. 

 

Die „Toten Männer“, „Drempel“ oder von den Ticos „Muertes“ genannten Betonbuckel auf den Straßen verdienen hier noch Erwähnung: Unvermittelt tauchen sie auf und haben dann schon oft bei den hinten auf der Achse sitzenden Fahrzeuggästen für ein „fröhliches“ Hallo gesorgt.  Zumeist, aber nicht immer, sind sie gelb angemalt und werden mit Schildern angekündigt. Sie verursachen keinen Totalschaden, aber der Togo-Kaffee kann schon mal übers Shirt schwappen. 

Was gibt es an Besonderheiten im Straßenverkehr?

Zunächst das sehr Positive: Es wird mit viel Rücksicht und Gelassenheit agiert. Zeit spielt keine Rolle.

Bianca HahnBianca Hahn
Achtung...Faultier kreuzt 
Selten wird gerast und gehetzt oder gar provokant dicht aufgefahren. Südländisch risikoreiche Überholvorgänge kommen vor; ob nun aus Übermut oder aus Unvermögen, die Situation richtig einzuschätzen, ist unklar. Aber eben deutlich seltener, als so in manchen heimischen Gefilden. 

 

Da wundert man sich als Tourist eher über die Geduld, mit der stundenlang auf Überlandstrecken in angemessener Geschwindigkeit und Abstand hintereinander in Kolonne gefahren wird. Und wenn dann mal irgendwas die Fahrt unterbricht, dann geht (außer für manche Touristen mit Stressprogramm) die Welt nicht unter. Ein Erdrutsch kann der Anlass sein: Dann wartet man bis der Räumdienst seine Arbeit gemacht hat. Auch wenn es eine ganze Nacht dauert. Uns liegt es zumeist im Blut, sofort nach Alternativstrecken zu forschen. Der Tico nimmt es als gegeben. 

Wenn die Frauen des Dorfes in ihrer Unzufriedenheit über schlecht funktionierende Wasserversorgung kurzerhand die einzige Verbindungsstraße sperren, wird sich der Costaricaner eher mit den Streikenden solidarisieren, denn darüber nachdenken, dass er persönlich seine Termine verpasst oder zu spät zur Arbeit kommt.

  

Doch zurück zur Fahrpraxis: Wundern sie sich nicht, wenn falsch oder gar nicht geblinkt wird.

strasse-nicoya.jpg
LKWs können schon mal eine Bremse sein  
Oder wenn es unzureichende, viel zu viel oder gar keine Fahrzeugbeleuchtung gibt. Und das ist auch der Grund, warum man von Nachtfahrten Abstand nehmen sollte. Zumindest keine neuen unbekannten Strecken befahren sollte. Dazu kommt auch, dass man sich nicht so blind auf die Navigationsgeräte verlassen sollte und Hinweisschilder dann gerade schlecht sichtbar sind. 

 

Wundern Sie sich auch nicht, wenn auf freier Strecke ohne ersichtlichen Grund einfach und ohne Blinker angehalten wird. Der Bauer hat wohl gerade an seiner Viehweide einen krummen Zaunpfahl gesehen oder eine Whatsapp bekommen. Es macht ihm auch nichts aus, dass Sie dafür warten müssen. Es ist aber keine Arroganz, es ist das Selbstverständnis dafür, dass jeder genug Zeit hat. 

 

Auch kein Problem in Costa Rica sind laufende Motoren, Dieselqualm, Lärm durch kaputte Auspuffe... Costa Rica sieht sich gerne Vorreiter in Sachen Umwelt. Da kann ich als gelernter Umweltschutztechniker manchmal nur schmunzeln. 

Für Fahrer von Bussen, LKW und auch Taxen ist es selbstverständlich, den Motor laufenzulassen. Auch wenn Sie gerade zwei Meter daneben am Kaffeetisch sitzen. Kein Heimischer regt sich über das „Pubertier“ auf, das mit seinem Bock durch das Dorf knattert und stinkt. Alte Laster erzeugen am Berg Rauchwolken, dass die Gäste hinten sitzend in nachfolgenden Fahrzeugen glauben, es gäbe eine Sonnenfinsternis. 

Im Großen und Wesentlichen ist gerade in der handarbeitenden Schicht und Dorfbevölkerung noch nicht angekommen, was das Umweltministerium möchte. Es herrscht noch der Grundsatz: Lärm ist Fortschritt. Trotzdem möchte ich die positive Entwicklung nicht schlechtreden. Die Anfänge sind da und auch gut sichtbar! Für ein Land Lateinamerikas wirklich beachtlich!

Welchen Wagen brauchen Sie also in Costa Rica?

Es gibt keine großen Preisunterschiede zwischen kleinen Limousinen und kleinen SUV´s oder 4x4.

Mit dem Mietwagen in Costa Rica geht gut! 
Die kleinen Geländewagen sind eben sehr häufig angebotene Autos, daher fast gleich teuer. Wie oben begründet, brauchen Sie selten einen Allrad, aber fast alle meinen Einen haben zu müssen. Bodenfreiheit hingegen schadet natürlich nicht. 

 

Lassen Sie aber die Finger von sehr kompakten Leihwagen wie Suzuki Jimni oder Vergleichbare. Sie haben durch kurze Radstände bei normaler Fahrt und normaler Straße kein gutes Fahrverhalten, sind „rappelig“. Sie schleichen dann mit 75 km/h über die Interamerikaner und haben unweigerlich bald einen Truck auf der Stoßstange kleben. 

 

Für zwei Personen und mit einer nicht zu schotterlastigen Route reicht also ein kompakter SUV, zum Beispiel ein Daihatsu Bego. Mit oder ohne Allrad. Mit vier Leuten ist zum Beispiel ein im Land oft zu mietender Hyundai Tucson eine Empfehlung. Ab Fünf sollten Sie über die Anmietung eines Kleinbusses nachdenken. Gebräuchliche Typen sind der H1 (Hyundai) und der Nissan Urvan. Für alle Autos ist von Vorteil, wenn man den Kofferraum nicht einsehen kann.

Mieten Sie auch besser keine Pickups. Sie haben bei Regen und Stadtdurchfahrten dann das Gepäck auf der Ladefläche.

Navigation in Costa Rica

Es hat auf dem Lande nicht so viele Straßen und so könnten Sie auch ohne Navi überleben. Aber es ist schon bequem und einfacher. Gerade und ohne gute Beschilderung durch die Städte zu finden. Wir empfehlen Ihnen einen kleinen Router (Hotspot) zu mieten, der bei von uns organisierten Mietwagenrundreisen und Gruppenreisen standartmäßig im Paket dabei ist, mit dem Wagen zusammen.

Dann haben Sie Internet im Fahrzeug, können über Whatsapp telefonieren, Internet komplett nutzen auf allen Ihren Geräten und sich eine Naviapp downloaden. In Costa Rica ist "Waze" die beste Software.  Besuchergesteuert und Ihre Daten werden nicht so gut geschützt, wie in Europa. Dafür erfahren Sie in Sekunden, wenn der Fahrer vor Ihnen ein Faultier meldet, dass die Straße überqueren möchte.

CATACATA
Lieber mal eine Pause mehr... 

Außerdem noch gut zu wissen
  • Hupen ist eher als Dank oder Gruß zu verstehen, denn als Provokation
  • Lichthupen signalisieren meist eine Polizeikontrolle
  • Ungewöhnliche Gegenstände oder Äste auf der Straße können Gefahrenstellen anzeigen
  • Bei schweren Verstößen gegen die Verkehrsordnung kann Ihnen das Nummernschild abgenommen werden
  • Mietwagen können von Personen ab 21 Jahren gefahren werden und mit mindestens 2 Jahren Fahrpraxis
  • Avenidas haben immer Vorfahrt vor den Calles (auch wenn sie von rechts kommen)
  • Es wird immer gegen 18 Uhr dunkel. Planen Sie das ein, wenn Sie sich nicht bestens auskennen. 
  • Manchmal sind rote Ampeln für einige Verkehrsteilnehmer eher unverbindliche Empfehlungen 
  • An Weihnachten und an Ostern werden die Autobahnen in eine Richtung gesperrt und es kommt zu erheblichen Behinderungen für diejenigen, die in die andere Richtung müssen!
    solo-uun-culo.jpg
    ... und besser immer ein VEHICULO nach dem anderen in Costa Rica :o) 

 

Fazit für Mietwagenreisende 

Es ist keine Zauberei, in Costa Rica selbst zu fahren. Kommen Sie mit genug Gelassenheit und Ruhe. Kommen Sie mit ausreichend Zeit in der Reiseplanung. Kommen Sie mit einer überlegten und gut auf Sie zugeschnittenen Routenführung in das Land der Faultiere und Aras. Dann gehen Sie mit unvergesslichen Erlebnissen im Kopf und dem guten Gefühl, das „Pura Vida“ verstanden zu haben!

Der Autor

Stephan Martens

Die Natur ist meine Leidenschaft. Und mein Traumberuf seit rund 20 Jahren Reiseleiter: Genauer gesagt bin ich Naturreiseleiter und leite auch Ornithologische Touren. Ökologische Zusammenhänge und die anthropogenen Auswirkungen finde ich spannend. Mit Gästen Naturbegeisterung teilen, das gefällt mir.

mehr von Stephan Martens anzeigen ...

Individuell im Mietwagen in Costa Rica

Wir entwerfen Ihnen eine Reise nach Maß. Dafür ist es wichtig, dass wir möglichst viel über Ihre besonderen Wünsche erfahren. Was Sie sehen möchten, welche Vögel, Tiere und Pflanzen Sie auf der Reise beobachten wollen. Wir kennen die schönsten Orte in allen Lebensräumen von Tieflandregenwald, Nebelwald, über Trockenwald und Küsten. 

Abweslungsreiche Routen und naturnahe Unterbringungen sind uns wichtig. Mit unserem Whatsapp-Support und dem mobilen Hotspot sind Sie sicher Unterwegs. 

Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir freuen uns über Fragen rund um das Thema Costa Rica oder zu unseren Reisen!

stephan-am-bus.jpg
Stephan mit dem Bus für unsere Gruppenreisen 

Weiterführende Information

Interessante Naturreisen

Große Costa Rica Naturreise

Seit über 20 Jahren bewährt und mit den Reiseleitern Sabrina und Stephan Martens. Diese Reise mit nur 4-6 Personen bietet das komplette Bild von Costa Rica und besucht alle relevanten Lebensräume. Tiere sind ein Schwerpunkt, aber auch Botanik, Landwirtschaft und Ökologie kommen nicht zu kurz. Auf leichten Wanderungen und Ausflügen haben sie viel Zeit für Beobachtungen und Fotos. In sehr kleiner, fast privater Gruppe, entdecken Sie die Kultur und Küche der Ticos.  

Kleine Costa Rica Naturreise

15 Tage in kleiner, fast privater Gruppe von 4-6 Personen. Mit zwei deutschen, naturkundigen Reiseleitern. Eine seit über 20 Jahren bewährte und siche Route speziell zur Natur- und Tierbeobachtung. Weitere Schwerpunkte sind die Ökologie und Landwirtschaft. Gehen sie mit auf Entdeckungsreise durch die Schweiz Mittelamerikas und wohnen sie in ausgesuchten Naturlodges. 

Ornithologische Costa Rica Rundreise

Unsere Ornithologische Rundreise durch Costa Rica. Mit Reiseleiter Stephan und Sabrina Martens. Beobachten, verstehen und genießen ist das Motto der Reise. Sie besuchen alle relevanten Lebensräume und nehmen sich Zeit zum Beobachten und Fotografieren. Auf rund 250 Arten dürfen sie sich freuen. Ein Artenzählen oder Rekordversuche sind nicht geplant, denn es soll auch die Zeit für Beobachtung bleiben. 

 Ihr Spezialist für Costa Rica und Spanien
sowie besondere Naturregionen.