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Extremadura Reiseführer Natur

“Mit Insider-Tipps vom Naturreiseleiter"
04. Mai 2021

Europa

Spanien

Die Extremadura: Unsere besten Orte für Naturfreunde, Fotografen und Ornithologen.

Die Extremadura ist die Region in Europa mit der höchsten Biodiversität, also Anzahl an Arten Tiere und Pflanzen. Diese Landschaft kann ein Vorbild sein für Mitteleuropa. Denn Deutschlands, Österreichs oder die Landschaften der Beneluxstaaten sowie der Schweiz waren mal so gestaltet, wie heute Spaniens Extremadura. Und dahin wollen Landschafts- Klima- und Naturschützer gerne und mit Recht und Sinn zurück.

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Blauracke 

 

Sicher, Stein – und Korkeichenwälder hatten wir nie in unseren Breiten, aber eben extensiv bewirtschaftetes Land. Dünner besiedelt. Nicht so effizient und bis auf den letzten Cent ausgebeutet. 

Es ist aber in der Extremadura auch nicht alles Gold, was glänzt. Man muss so ehrlich sein, dass es nicht der umweltfreundliche Extremeño ist, der für diesen Artenreichtum verantwortlich ist. Dieser Landstrich, ist streng genommen, das Ergebnis einer Umwelttragödie der Geschichte. Vor 2000 Jahren haben zuerst die Römer den Wald abgeholzt. Für ihr Imperium und ihre Kriege. Dann sorgten Jahrhunderte Erosion und Überweidung für ein steppenähnliches Ergebnis. Ähnlich, weil echte Steppe entsteht alleine durch den Mangel an Niederschlägen. Hier würden die Niederschläge für Wald reichen. Zumindest für einen sommertrockenverträglichen Spezialwald. 

Durch die Wirtschaftsform der Dehesa, also Stein- und Korkeichenwälder mit extensiver Beweidung, kommt es aber nicht mehr zur natürlichen Bewaldung. Dieser müsste an vielen Stellen auch erst einmal eine Bodenbildung vorangehen. Prozesse, die wieder greifen und ohne Zutun des Menschen würde eben der Endzustand wieder ein hochstämmiger Wald aus u a spezialisierten Eichenarten entstehen.

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Libellen 

Der Bauer dieser Landschaft ist, wie unser mitteleuropäischer Landwirt, kein Umweltschützer. Er möchte berechtigt Geld verdienen. Wir ich mit meinen Reisen. Daher versucht er seinem Land so günstig wie möglich Gewinn abzuringen. Das geht, so lange es erlaubt ist oder geduldet ist, am besten mit Roundup, Massentierhaltung mit wenig Rücksicht auf das Tierwohl und dem Verbrennen von Abfällen bei Nebelwetter. 

 

Die autonome Region Extremadura, bestehend aus den Provinzen Badajos und Caceres hat nur eine Besiedlungsdichte von 25 Einwohnern je qkm. Das kommt es, wie oben angedeutet, selbstverständlich zu einem Effekt, der Wiesen blühen lässt und Diversität erlaubt. Wohltuend weit, leicht hügelig bis hochgebirgig zeigt sich das Land. Neben Stein- und Korkeichen bedecken weiter steppenähnliche Weideflächen und Getreidefelder die ältesten Gesteinsformationen der Iberischen Halbinsel. 

Die hier lebenden Tiere und Pflanzen sind somit auch zum Teil hier bis vor einigen Hundert Jahren gar nicht heimisch gewesen. Heute aber zu einem stabilen Ökosystem zusammengewachsen. Also eine Landschaft, ein System aus Menschenhand. 

 

Durch die spezielle Geschichte, viele Krisen und Kriege, haben hier Landbesitz andere Bedeutung als in Mitteleuropa. Die Zugänglichkeit der Dehesas und Felder ist

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Rinder in der Dehesa 
  eingeschränkt. Vielerorts stehen Tore und Zäune, Schilder die abweisend klingen. Wandern ist eher ein Fremdwort. Wer wandert, kundschaftet einen Einbruch aus, dachten bis vor kurzem die ländlichen Bewohner. Somit gibt es außerhalb von Ortschaften und Nationalparks kaum Möglichkeiten zu wandern. Oder eben nur auf wenig befahrenen Wirtschaftswegen, um sich auf die Pirsch nach Kranich und Blauracke aufzumachen. Ich habe schon so oft gelesen, die Extremadura sei ein super Wandergebiet. Da muss ich immer schmunzeln, denn es ist glatt gelogen. Um dem Naturfreund, Fotografen und Ornithologen einige Erleichterungen bei der Suche und Tipps zu geben, habe ich nachfolgend einige gute Standorte mit Ausflugstipps sowie Angaben über vorzufindende Pflanzen- und Tierarten aufgeführt. 

Standort Trujillo

Trujillo ist eine angenehme Kleinstadt, malerisch (pittoresk, habe ich gelernt heißt es in schönfärbenden Reiseführern) auf einem Hügel inmitten der Landschaft gelegen. Vor hier aus können sie gut einige Ausflugziele abarbeiten. Der Ort selbst ist immer gut für Abendspaziergänge, um die Zeit bis zum ewig späten Abendessen zu überbrücken. Eine Burg bietet tolle Ausblicke in die Landschaft, dort brütende Vögel und in der Dämmerung ausfliegende Fledertiere. Die Sierkampf-Arena beherbergt unter ihrem Dach eine Kolonie von Rötelfalken. Mehrere Hotels im 3-Sterne-Segment oder eben der gehobenen Mittelklasse bieten gute Zimmer. Die Auswahl an Restaurants und Bars ist gut.

Das Castillo von Trujillio 

 

Ausflüge ab Trujillo für mindestens eine Woche Programm:

  1. Der Stausee Alcaollarin (39.2467565, -5.7495836): Sie stehen am südwestlichen Ende des Staudamms. Und können links um den See wandern oder fahren, solange es ihr Wagen mitmacht. Weiter fahren sie den Wirtschaftsweg rechts um den See herum und weiter bis zu nordöstlich des Hauptsees gelegenen kleineren Stauseen. Hier können sie den See umwandern. Es herrscht typische Dehesa vor. Mit Kork- und Steineichen, Erdbeerbaum, Ginsterarten und Zistrosen. Erwarten sie Löffelente, Schnatterente, Weißstorch, Wiedehopf, Häherkuckuck, Samtkopfgrasmücke, Grauammer und Schwarzkehlchen. Dazu Schwarzmilan, Schlangenadler und Gleitaar. Am Boden Algerische Sandläufer und Mauereidechsen. Im Wasser Iberischer Wasserfrosch und Vipernatter. 
     
  2. Die „Greifvogelstrecke“: Zweigen sie von der EX-208 bei Conquista de la Sierra Richtung Garciaz auf die CC-23.5 nach Osten ab (39.3483100, -5.7357800) und folgen sie mit dem Wagen auf dem Asphalt und den Augen gen Himmel der Straße. Also Safari ist angesagt. In Garciaz dann Richtung Nord und über El Toledillo die CC-101 wieder nach Westen und über Madroñera wieder auf die EX-208. Rechnen sie mit Geiern aller Art, Adlern, Milanen. Die Landschaft ist hügelig und mit Stein- und Korkeichengesellschaften bestanden. Auf der EX-208 haben sie durch den „Schlenker“ aber im Dorf Herguijuela den Direktvermarkter San Enrique von Schinken und Käse verpasst (96FQ+29). Diese Greifvogelstrecke können sie mit dem Ausflug 1 zum See Alocallin verbinden.
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    Der Alcollarin See  

      
  3. Der Stausee Arrocampo bei Saucedilla (39.8487073, -5.6769406): Hier stehen sie vor der Hütte des Orniparks und können zu den Öffnungszeiten (www.rutasarrocampo.com) die Schlüssel für die 6 Beobachtunghütten rund um den See erhalten. Kostet nix, nur die Telefonnummer möchten sie. Ein Ort, ein See, eine Region für den ganzen Tag. Die Hütten 1-3 sollten sie wegen des Sonnenstandes am Morgen machen. Zwischen den Hütten können sie je nach Lust fahren oder wandern. Einige Strecken zum Beispiel zu Hütte 5 und 6 aber zunächst fahren. Sie brauchen nicht unbedingt alle Hütte, um zu beobachten. Zuweilen reicht auch der Aufstieg, der Weg dahin, um gute Sichtungen zu haben. Hier Beispiele für Sichtungen in einer Gras- und Steppenlandschaft mit Tamariskensträuchern und Ginstern: Hütte 1 - Seidensänger und Sichler. Hütte 2 - Pupurhuhn und Purpurreiher am Nest. Hütte 3  - Kormoran und Fischadler. Hütte 4  - Silberreiher, Seidenreiher und Kuhreiher. Hütte 5  - Rötelfalke, Stelzenläufer und Weißstorch. Hütte 6  - Löffler, Bienenfresser und Nachtreiher.
    Etwas südlich beim Ort Almaraz (wenn sie noch Zeit haben) können sie noch einen weiteren Ornistopp einlegen. Ein Schild „Parque Periurbano“ weist den Weg zu einem kombinierten Freizeit- und Naturgelände. Strommasten und Kraftwerk stören nach menschlichem Empfinden die Idylle, aber die Birds offensichtlich nicht. Ein kleiner Weg führt durch Dehesa, vorbei an einem Teich und zu zwei Beobachtungshütten am Seeufer. Die Schlüssel dazu gibt es zu den Öffnungszeiten am Orchideenzentrum (www.ayto-almaraz.com).
    Das Artenspektrum ist wie am Standort in Saucedilla.
     
  4. Stopp am Rio Almonte (39.6461129, -5.8183571): Auf dem Weg von Trujillo nach Saucedilla sollten sie noch einen Stopp einlegen. Aber wie oben geschrieben brauchen sie eigentlich für Nummer 3 (Arrocampo, Saucedilla) einen kompletten Tag. Somit wäre Rio Almonte auch noch etwas für einen Extra-halbtag, zudem sie von hier eine schöne Wanderung entlang des Rios machen können. Ein spektakulärer Ort mit Wildfluss, drei Brückenbauten aus unterschiedlichen Epochen und typische Macchia-Vegetation erwarten sie. Rechnen sie mit Zistensänger, Felsenschwalbe, Mittelmeerraubwürger, Blauelster, Provencegrasmücke, Zwergadler und Wasseramsel. Dazu die wechselwarmen Iberischen Mauereidechsen, Hufeisennatter und Maurische Bachschildkröte.
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    Triel 

      
  5. Safari-Rundfahrt durch die Offenlandschaften und Dehesas nördlich von Trujillo: Starten sie hinter dem Ort Belen (39.4857751, -5.8371701) und folgen sie der wenig befahrenen Straße gemächlich Richtung Nordost. Wo sie möchten, steigen sie aus und machen ein Stück zu Fuß. Allerdings reagieren die Tiere immer auf Personen empfindlicher, als auf Autos. Lassen sie beim Fotografieren möglichst den Motor laufen, lassen sie vorher das Fenster herunter, also bevor sie beim Vogel sind. Bremsen sie langsam ab, vermeiden sie Lärm, Türenklatschen oder hektische Bewegungen mit der Kamera oder Fernglas. Tipp: Besorgen sie sich vor der Reise ein Stück Heizungsdämmungsschlauch, um damit eine Auflage für ihr Objektiv auf dem halb geöffneten Fenster zu schaffen.
    Dann folgen sie der Straße nach Nord Richtung Torrecillas. Dort angelangt eine 90 Grad Wende Richtung West bitte und Richtung La Aldea de Obispo / Monroy. Hinter dem Ort verliert sich der Weg ein wenig und es ist nicht mehr klar, ob sie auf Privatgrund sind oder nicht. Wenn sie noch Zeit haben, ist auch von hier der Weg nach Monroy sehr schön. Allerdings, und das gilt ja für die ganze Gegend, so einfach einen Seitenweg hineingehen du spazieren, das geht fast nirgends. Überall sind die Seitenwege im Privatbesitz und mit Toren verschlossen. Anschließend können sie jetzt, wenn sie zurück zum Hotel oder Unterkunft nach Trujillo möchten, den „Heimathafen“ in ihr Navi eingeben.
    Wir haben auf dieser tollen Tour Großtrappen, Wiedehopf, Blauelster, Rotkopfwürger, Grauammer, Mittelmeerwürger, Gänsegeier, Rotmilan, Häherkuckuck, Girlitz, Stieglitz und Schwarze Rinder, Schafe und Iberico-Schweine gesehen.  
     
  6. Tagesausflug in die Offenlandschaft Serena: Von Trujillo aus gut machbar, die Anreise zum Ausgangsort dauert maximal eine Stunde.
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    Mauergecko 
    Starten sie ihre Autosafari am südlichen Ortsausgang von Navalvillar de Pela (39.0836700, -5.4636699) und fahren die EX-115 Richtung Süd, später Südwest und Richtung Orellana de Vieja. Hier sind sie am Staudamm der Embalse de Orreana und von hier haben sie eine schöne Rundumsicht, können vielleicht Wassergeflügel entdecken. Fahren sie dann Südost und zur EX-103. Die Landschaft wird offener. Halten sie Ausschau nach Triel, Trappe und Co.. Über Puebla de Alcover und Talarrubias kommen sie durch die Sierra de la Jarra wieder auf die Hauptstrasse N-430. Versuchen sie auf dieser Tour auch die kleinen (öffentlichen) Sträßchen zu nutzen, um weniger Autoverkehr zu haben und einfach auf der Strecke anhalten zu können. Nicht gerade hinter einer Kurve, aber auf gerader Strecken und dann mit Warnblinkern. Vermeiden sie das Befahren von grasbewachsenen „Banketten“, denn oft ist der Rand neben der Straße steil abschüssig. 

Standort Caceres

Caceres ist deutlich größer als Trujillo. Eine richtige Stadt. Mit Wohnblocks außen drumherum, Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“, Umgehungsstraßen und 1000 Kreisverkehren. Aber auch einem historischen Zentrum, Weltkulturerbe der Unesco. Hotels aller Couleur. Restaurants, Tapasbars on Masse. Wer Stadt liebt, Nachtleben etc., der sollte auch hier eine Station machen. Wer die nachfolgenden Ausflugstipps für Naturfreunde auch von Trujillo machen möchte, der kann es sich mit einer knappen Autostunde extra erkaufen. Denn es gibt eine prima Ost-West Verbindung von Caceres nach Trujillo.

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Der Storchenfelsen im Naturgebiet Los Barruecos 

 

Auflüge in die Natur für vier bis fünf Tage Programm:

 

  1. Die Offenlandschaften und Pseudosteppen nördlich von Caceres: Herrliche leicht wellige und menschenleere Graslandschaften erwarten sie auf dieser Autotour. Oder gerade auf der ersten Hälfte der Strecke und auf Naturstraße eben „Safari“ genannt. Starten sie östlich Cesar de Caceres (39.5546817, -6.3965807) auf der CC-122 mit der Fahrt Richtung Osten. Folgen sie dem Navi einige Kilometer auf Schotter bis zu einer Beobachtungshütte mitten in „der Pampa“ extra für die Großtrappen, Zwergtrappen, Spießflughühner und Triele (39.4771527, -6.1933203). Nach weiteren wenigen Kilometern gelangen sie an eine T-Kreuzung und auf die CC-99. Das ist die sogenannte „Blaurackenstrecke“. Jeder Strommast neben der Straße und Richtung Sta. Marta de Magasca hat einen Schwegler- Holzbetonkasten. Ab April wohnen, lieben und leben hier Dohlen, Einfarbstare, Rötelfalken, Steinkauze und eben Blauracken. Rechts und links in und über den Wiesen aber auch Schwarzmilan, Schlangenadler, Bienenfresser und Haubenlerchen. Tagsüber ist das Licht schwierig. Also vom Autofenster hinauf zu fotografieren. Aber abends nach 19-20 Uhr (Mai) oder am Vormittag ist es oft passend. Im Dorf Sta. Marta gibt es dann eine Cerveza oder Kaffee zur Entschädingung für die Strapazen der Fotoshootings und Schotterstraßen. 

  2. Los Barueccos bei Malpartida de Caceres: Ein bekanntes Gebiet mit schönen runden Gesteinsformationen, aufgestauten Seen und einigen Wanderwegen. Folgen sie ab Malpartida (Westlich von Caceres) den Schildern Richtung Süd. Sie sehen hier auch den Hinweis auf das Museum Vostell. Ein ausgeflipptes Aktions-Kunstmuseum (mit Cafe) des Deutschen Vostell. Nicht jedermanns Sache, aber durchaus einen Abstecher für eine Stunde Wert, da es in einem historischen Gebäude, einer Schafwollewäscherei untergebracht ist und gleichzeitig der Ausgangpunkt durch die Felsenlandschaft und die Wanderung sein kann. Viele Weißstörche, Iberische Wasserfrösche und Algerische Sandläufer begleiten sie. Dabei viele lohnende Landschaftsmotive mit runden Felsen, Dehesa und Seen.
    Schopflavendel 


  3. Das alternative „Los Barueccos“ bei der Ermita de San Isidro: Eine ähnliche, etwas leichtere und einsamere Landschaft finden sie auf der anderen Seite von Caceres, etwas im Südosten.  Starten sie bei der Kapelle der Ermita de San Isidro (39.3512585, -6.2560634), genießen sie die kleinen Brücken, Feuchtwiesen und herrliche Dehesa. Erwandern sie hier die Wirtschaftswege wie sie möchten, sie sind wenig befahren. Ein schöner Ort für ein Picknick ist das Ende eines Stichwegs bis zum Stausee und dort auf runden Steinen (39.3432642, -6.2649721) sitzend. Passen sie auf, dass ihnen die seltenen Carbonell-Mauereidechsen nicht in die Hosenbeine krabbeln. Und schauen sie, ob unter den Steinen nicht ein Mauergecko hervorlugt. Genießen sie diese Einsamkeit zwischen Ginster, Zistrosen, Schopflavendel und Steineichen am besten im Frühjahr zwischen März und Juni.

  4. Arroyo de la Luz und Umgebung: Schöne Wanderungen durch die Dehesa und um einen Dorfsee herum. Parken sie ihren Wagen etwas nördlich des Dorfes Arroyo de la Luz, an der EX-207 (39.4952469, -6.5825124). Hier könnten sie nach dem Walk um den See herum auch an schönen Holzbänken und mit Seeblick ein Picknick abhalten. Halten sie sich immer in Wassernähe und folgen den Wirtschaftswegen. Ich schätze die Strecke auf 3-4 km, aber es ergeben sich auch bestimmt zahlreiche Fotostopps: Milane bei der Jagd, Haubentaucher, Schwarzkehlchen, Vipernatter und Maurische Bachschildkröten könnte für Verzögerung sorgen.
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    Jugendliche Perleidechse im Monfragüe 


    Wenn sie die Runde um sportliche 8 km verlängern möchten, dann biegen sie im Dorf zwischen in Richtung Nordwest ab und folgen den Hinweisen zur Ermita de Nuestra Señora de la Luz. Ein Schild (an der Straße zwischen den beiden Seen) beschreibt genau diese Wanderung durch Dehesa und Weideland. Sie können die Kirche aber auch mit dem Wagen erreichen und finden hier eine faszinierend schöne Landschaft aus Steineichen und runden Granitfelsen. Wiedehopf und Blauelster begleiten sie und an der Kirche gibt es einen Bierautomat. Mit und ohne Alkohol. 

Standort Plasencia

Plasencia kann nicht ganz mit Trujillo und Careres mithalten. Ist aber doch typisch spanisch, mittelgroß und sicher authentisch. Auch hier gibt es alte Steine, einen schönen Marktplatz mit Restaurants und Tapasbars satt. Unten am Fluss, dem Rio Jerte, finden sie Wasseramsel, Gebirgsstelze und Eisvogel. Die Hotelauswahl ist bescheidener. Eine sehr einfache Möglichkeit sind auch die Hütten auf dem Camping Nationalpark Monfragüe an der EX-208 rund 8 km südlich Plasencias. Dafür ist man mitten im Grünen und direkt am Nationalpark-Infozentrum mit kleinem Wanderweg. 

 

Ausflüge von Plasencia für Naturfreunde, Fotografen und Ornis:

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Monfragüe  

  1. Der Klassiker ist der Nationalpark Monfragüe. Sie erhalten in Hotels, Touristeninformationen und Informationszentren des Nationalparks Informationen zu Wanderungen und Aussichtspunkten. Ebenso Kartenmaterial. Unter anderem einen kleinen kostenlosen Führer mit einige wichtigen Tieren und Pflanzen. Somit werden wir hier keine Wegbeschreibungen abgeben, sondern nur vier herausragende Punkte kurz beschreiben. Der Geierfelsen (Salto de Gitano) an der Straße EX-208 ist nicht übersehbar. Parken sie ihr Auto und beobachten sie Schwarzstorch, Mönchsgeier, Gänsegeier in Massen, Schmutzgeier, Blaumerle direkt vom Straßenrand und den Beobachtungspunkten aus.
    Statten sie der Brücke über den Tajo auch einen kurzen Besuch ab. Hier brüten unter der Brücke Alpensegler. Das „Castillo y Ermita de Monfragüe“ ganz in der Nähe des Geierfelsens bietet eine tolle Aussicht und vom Parkplatz an der Straße aus einen kurzen Walk durch Stechginster, Lavendel, Zistrosen und Korkeichen. Achten sie auf Zaun- und Zippammern und in den Felsen auf Perleidechsen. Weiterer lohnender Stopp ist der Mirador (= Aussichtspunkt) de la Portilla del Tietar (39.8569589, -5.9597876). Hier sehen sie mit Glück Mönchsgeier, Uhu und Spanischen Kaiseradler.
  2. Das Tal „de la Vera“ östlich von Plasencia: Ein wirklich schöner Tagesausflug ist von Plasencia aus das Tal de la Vera. Eigentlich kein Tal, sondern eine Gegend, die an den unteren Hängen der Sierra Tormantos und Cerro Salvador liegt. Gemütlich, dünn besiedelt und ländlich. Schon ein Kontrast zur klassischen Dehesa und den Offenlandschaften. Bekannt durch Paprikaanbau (Pimenton), Kirschenkulturen, kleinen Dörfchen, Flaumeichenwäldern und dem Monasterio de Yuste, dem Altersitz von „Karl No. 5“. Durchaus sehenswert, auch wenn ich kein Fan des Adels bin. Denn der Garten bietet schöne Ausblicke und vom Parkplatz des Klosters aus kann man einige schöne Wanderungen unternehmen. Besonders lohnend zum Austrieb der Flaumeichen im April.
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    Zippammer  

    Weiter, wenn sie Wasseramseln und Eisvogel sehen möchten, empfehlen wir ein Ausflugsziel (mit Restaurants) an einem kleinen Stausee, der auch als Bad genutzt wird. Nur wenige Kilometer westlich vom Monasterio entfernt finden sie diesen lieblichen Ort von der EX-203 abzweigend durch das Hinweisschild „Lago“ (40.0797941, -5.7481908).
    Im Ort Jarais de la Vera gibt es ein kleines Museum zum Paprikaanbau (Museo del Pimentón).
    Ähnlich schön ist das Tal nördlich, das Tal der Jerte. Aber das ist schon wieder eine eigene Tagesaktion.
Standort Pinofranqueado in Las Hurdes

Ein Ort, sehr abgelegen, in dem Mittelgebirge Las Hurdes. Eine Gegend, die durch den Film „Tierra sin Pan“ (Land ohne Brot) von Luis Bruñel Bekanntheit erlangte. Nur 7000 Einwohner leben hier in einigen kleinen Dörfern. Dafür ist die Natur umso ursprünglicher. In den Tallagen herrscht noch Mittelmeervegetation vor, so ab 700 m dominieren dann Kiefern, Esskastanien und Flaumeichen. 

Im Dorf Pinofraqueado hat es zwei Hotels der Mittelklasse. Wer ganz einfach wohnen möchte, kann auch beim Camping eine Holzhütte mieten. Angrenzend das Naturfreibad mit immer guten Sichtungen von Gebirgsstelze, Wellenastrild, Baumläufer und Gartenrotschwanz. Der Standort hier in den Bergen von Las Hurdes ist eher für Wanderer oder Landschaftsfotografen, als für Ornithologen zu empfehlen.  

 

Ausflüge von Pinofranqueado aus im „Landkreis“ Las Hurdes:

  1. Zwei Seitentäler, die es in sich haben, erreichen sie in wenigen Minuten. Sie gelangen etwas südwestlich vom Hauptort Las Hurdes, Pinofranqueado, von der Straße EX-204 in Richtung Ovejuela dahin. Fast menschleer ist diese Gegend und sie können hier (40.3107152, -6.4380235) ihren Wagen parken und eine schöne Wanderung von 1-2 Stunden (hin und zurück) zu einem Wasserfall unternehmen. Im Hochsommer ist er aber nur ein Rinnsal. Das Dorf bietet typische Steinhäuser der Region.
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    Wanderwege mit toller Aussicht 

    Eine Autosafari bietet dann eine Seitenstraße wieder etwas weiter unten im Tal: Über Schotter gelangen sie über das Convento de Los Angeles (nicht zu besichtigen) bis zu einem weiteren Wasserfall. Den Cascada de Los Angeles mit einer nur zu Fuß zugänglichen tollen Aussichtshütte (40.2699575, -6.4673772). Hier schauen sie direkt in die Nester von Gänsegeiern und mit Glück sehen sie auch Schmutzgeier, Steinadler und Mönchsgeier. Und es duftet überall nach Ziegen, da die Hornträger, nicht dumm, gerne die Hütte zum Übernachten nutzen. Hier ganz in der Nähe und mit diesen Koordinaten (40.2734828, -6.4777289) finden sie einen Ort, an dem Geier und andere Greife mit Schlachtabfällen gefüttert werden. Der Ort ist eingezäunt und von einer Hütte, einige hundert Meter weiter den Hang hinauf, gut mit Fernglas überschaubar. 
     
  2. Das Tal des Rio Esperabán ist ebenfalls für eine Tagestour geeignet. Am Schönsten ist die Zeit der Ginster- und Zistrosenblüte im März bis Mai. Und da beeindruckt schon die Fahrt durch das Tal an sich. Im Tal, sie folgen dazu ab Pinofranqueado den Schildern Richtung Las Erias / Horcajo / Castillo, können sie ab dem Dorf Castillo eine mehrstündige Wanderung (hin und zurück) zu einem Uralten Erdbeerbaum unternehmen. Ein Schild vor Ort gibt Infos. Ein weiterer kleiner Rundgang ist ab Las Erias zu empfehlen. Das Dorf ist sehr typisch und lohnt anzusehen. Beim Dorfeingang am Fluss gibt es eine alte Ölmühle und ab hier (40.3677226, -6.3934814) startet ein kleiner Trail (ein Stündchen) flussab bis zu einigen Petroglyphen. Vögel halten sich hier in dem von Kiefern dominierten Wald zurück. Zuerst sieht man noch Gebirgsstelze, Mauereidechse und Wasseramsel.
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    Der Wasserfall Los Angeles mit Gänsegeier 


  3. Fahren sie für einen weiteren Ausflug die Straße EX-204 weiter Richtung Nordost und immer leicht bergauf. Sie kommen durch mehrere Dörfchen, allesamt aber noch kleiner, als schon der Hauptort. In der Nähe von Las Mestas können sie in einem sehr schönen Flusstal (Rio Batuecas) über Holzstege und gute Wege zu einem Kloster und weiter zu Höhlenzeichnungen wandern. Eine Tour von hin und zurück etwa 2-3 Stunden. Sportliche Naturen können ab dem Kloster den Einstieg in einen Fernwanderweg vornehmen und die Wanderung beliebig erweitern. Parken sie ihr Auto hier (40.4571119, -6.1360865)
    Folgen sie nach dem Spaziergang dann der Straße immer weiter hinauf, dann kommen sie über einige Serpentinen oben auf dem Pass an. Hier befinden sie sich schon in Castilien-Leon und auf dem Weg nach Salamanca. Parken sie ihr Auto auf dem Parkplatz rechter Hand, genießen sie die Aussicht und wenn sie möchten, so starten ab hier einige Wanderwege. Mit Glück finden sie hier Iberische Steinböcke in den Felsen.
    Ein weiterer sehr schöner Ort ist eine malerische Flussschleife (Meandro de Melero) des aufgestauten Rio Alagon. Hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit zu einer beeindruckenden Wanderung von 2-3 Stunden. Schlecht ausgeschildert. Behelfen sie sich mit Google-Maps. Hier der Ort, ein Aussichtspunkt, an welchem sie ihr Auto am besten abstellen (40.3911471, -6.0867225).

Der Autor

Stephan Martens

Die Natur ist meine Leidenschaft. Und mein Traumberuf seit rund 20 Jahren Reiseleiter: Genauer gesagt bin ich Naturreiseleiter und leite auch Ornithologische Touren. Ökologische Zusammenhänge und die anthropogenen Auswirkungen finde ich spannend. Mit Gästen Naturbegeisterung teilen, das gefällt mir.

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