Reisetipps / Spanien

La Tierra de Pastores

"das Land der Schäfer"
17. Juli 2020

Europa

Spanien

Geheimtipp: Arlanza- und Riazatal

In der unendlichen Hochebene Kastiliens hat es zwei Gegenden, die ich dem Naturreisenden besonders empfehlen möchte.
Sie liegen nur wenige Kilometer, etwa eine Autostunde auseinander und lassen sich somit gut von einem Basisstandort erkunden.

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Das Monumentario vor Covarrubias: Lebensraum der Blaumerle 

Zuerst: Covarrubias...

...denn hier gibt`s neben der schönen Landschaft einen der schönsten mittelalterlichen Dorfkerne Spaniens und eine gute Infrastruktur in Sachen Hotels, Pensionen, ein Camping, Bars und Restaurants. Nur die Einkaufmöglichkeiten sind etwas einfach, aber deswegen nicht ohne Charme: Bäcker, Metzger und Tante-Emma-Lebensmittelladen wie „anno-dazumal“. 

 

Das Hotel Rey Chindasvinto bietet ein gutes Preis-Leitungsverhältnis und liegt im Zentrum, etwas einfacher ist das Dona Sancha an der Ausfallstraße Richtung Hortigüela. Dirkt daneben der Camping, welcher einen Gratiseinblick in die Sozialstrukturen der hiesigen Dauercamper bietet. 

Wenn du nur die reinen Naturgebiete besuchen möchtest, dann reichen hier 2 volle Tage als drei Nächte. Willst du bei der Gelegenheit auch noch das nahe Burgos mit der bekannten Kathedrale ansehen, dann bleibst du besser eine Nacht länger.

 

 Die Gegend liegt ja wie oben geschrieben auf einer Hochebene, rund 1000 m. Hier regnet es im Sommer und Winter fast gar nicht. Die Winter bieten zuweilen recht niedrige Temperaturen und in den Höhen oft Schnee. Die Sommer sind nicht übermäßig heiß und somit kann ein Besuch auch dann stattfinden. Die Tier- und Pflanzenwelt hat sich auf diese extremen Klimabedingungen eingestellt und ist entsprechend speziell und interessant. Spanischer Wacholder, Steineichen und Kermeseichen sind dominant. Im Frühjahr bis Sommer blühen je nach Höhenlage Affodil, Binsenlilie, Sonnenröschen, Zistrosen, Dunkler Fingerhut, Blauer Lein und Schopflavendel. Daneben viele Orchideen- und Distelarten. In Flusstälern finden sich auch Eschen, Erlen, Weiden und Pappeln. 

 

Die Tierwelt in diesen Gegenden ist recht interessant: Ich liste hier einfach mal die „Aha“-Arten auf, die ich während meines dreitägigen Besuches im Juli 2010 gesehen habe. Und ich war nicht nur auf „Artensammeln“ aus, sondern auch noch wegen der Besichtigung einiger interessanter neuer Unterkünfte für unsere Gruppenreisen und Individualkunden unterwegs. 

 

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Färberdiestel im Arlanzatal 

  • Im Arlanza Tal: Gänsegeier, Schmutzgeier, Schlangenadler, Zwergadler, Rotmilan, Wiedehopf, Bienenfresser, Stieglitz, Girlitz, Gebirgsstelze, Steinsperling, Felsenschwalbe, Wasseramsel, Mauereidechse, Algerischer Sandläufer, Vipernatter. Außerdem viele Schmetterlinge.
  •  Im Riaza Tal bzw. Greifvogelschutzgebiet Montejo: Gänsegeier mehrere Hundert, Schmutzgeier, Uhu, Zwergadler, Felsenschwalbe, Alpenkrähe, Zippammer, Pirol, Blauelster, Treppennatter, Algerischer Sandläufer, Kaspische Wasserschildkröte. Und wie im Arlanza Tal ist auch das Riaza Tal ein rechtes „Schmetterlingstal“ mit Segelfalter und Schwalbenschwanz.

Aber wie findet man diese Stellen? ..

...im Arlanza Tal: 

 Leider hat es in dieser Gegend kaum Wanderwege. Somit musst du Wirtschaftswege nehmen oder hier und da auf der wenig befahrenen Straße anhalten und kurze Exkursionen machen.

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Gänsegeier  

Schön und „geiersicher“ ist das Tal von Covarrubias aus Richtung Hortigüela. Einfach mal am Kloster San Pedro de Arlanza anhalten und umherstreifen oder den kurzen Wanderweg den Hügel hinauf wählen. Oder suche dir an der Brücke einen Zugang zum Fluss um nach Wasseramsel, Vipernatter und Co zu schauen. Das kannst du aber auch am Rio Arlanza im Dorf Covarrubias selbst. Über die Brücke laufen und dann linker Hand findest du ein Naturbad. In der Verlängerung dann am Fluss entlang auch einen Weg zum Wandern. Die „markierten“ Wanderwege und das dazugehörige Schild vor der Brücke stammen aus dem letzten Jahrhundert und kannst du besser vergessen. 

Ein Ausflug mit Autoanreise ist die Yecla-Schlucht und das Örtchen Santo Domingo de Silos. Dort im Dorf ein sehenswertes Kloster mit Museum zu botanischer Geschichte um den Herrn Linne. Nach dem Rundgang schaue dich noch hinter dem Kloster in der Landschaft um. Kleine Wirtschaftswege führen dich vorbei an einem offenen Waschhaus über ein Flüsschen und noch mal zu einer Kapelle. Rechter Hand dann Gemüsegärten und Brachland, wo es immer was zu entdecken gibt. Nur wenige Kilometer weiter (mit dem Auto) findest du die Yecla-Schlucht. Mit Glück siehst du hier auch schon mal eine Blauelster. Auf jeden Fall Geier und Felsenschwalben. Durch die Schlucht ist ein Steg gebaut: Ein eindrücklicher Ausflug in die Unterwelt. 

... im Riaza Tal bzw. Greifvogelschutzgebiet Montejo:

Von Aranda de Duero fährst du über Fuentelcesped in Richtung Madueruelo. Nicht Richtung Montejo.

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Im Greifvogelschutzgebiet Riazatal 
10 km nach Fuentelcesped in einer Linkskurve die unscheinbare Straße geradeaus fahren. Hier gelangst du nach wenigen Hundert Metern an einen Parkplatz und du darfst nicht weiter in die Schlucht, welche sich hier überraschend öffnet, einfahren. Hier kannst du nun eine Wanderung von einigen Stunden unternehmen.

Immer abwärts zunächst mit grandioser Aussicht. Dann wechselst du bei der Verwaltung des Staudammes bzw. Schutzgebietes die Flussseite und läufst, wenn du möchtest, bis zur Brücke. Über dir hunderte Geier. Uhus brüten hier in den Felsen und auch Zwergadler kann man finden. Suche aber auch die Felswände nach Alpenkrähen, Steinsperlingen und Zippammern ab. Im Fluss könnten sich Kaspische Wasserschildkröten sehen lassen. In einem Pappelhain kommst du im Schatten gut an das Wasser des Flusses und du nimmst ein Bad?

 

Hier kannst du dich entscheiden, ob du den gleichen Weg zurücknimmst oder bis Montejo die verbleibenden rund 8 km wanderst. Mit vorher zu organisierender Rückfahrt. Oder denselben Weg zurückgehst und vorher vielleicht noch über die Verwaltung und noch einige hundert Meter hinaus wanderst bis zum Staudamm. Am Fuß der Mauer links findest du übrigens eine Quelle mit Trinkwasser. Oben über dem Kopf überall Gänsegeier! 

Unser Fazit zu den Regionen

Ich bin der Meinung, diese Region gehört einfach in eine Spanien Rundreise.
Insbesondere für Naturfreunde. Sie liegt etwas abseits der Haupttouristenrouten und kann auch zur Hochsaison tolle Natureindrücke nebst Kulturprogramm bieten.
Und hungern braucht hier auch kein Reisender: In Covarrubias oder Aranda de Duero gibt es viele Lokale, oder sogenannte „Asadores“ mit lokaltypischen Gerichten z B mit Schafsfleisch. Zu für uns Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftigen Zeiten abends nicht vor 20.30 Uhr. 

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