Es ist kein Nationalpark, aber dieses Gebiet wäre es doppelt und dreimal wert gewesen. Und sicherlich ein Zugeständnis an Forstwirte und Bauern, die hier wirtschaften. Denn gerade die Forstwirtschaft ist hier recht intensiv, die Landwirtschaft eher extensiv. Die menschliche Besiedlung ist sehr gering, aber eben eine extensive Landwirtschaft ist dann doch so sehr unterstützenswert, dass man aus meiner Sicht auf die Ernennung eines Nationalparks verzichten kann: Wenn die Belange des Naturschutzes in einem Naturpark auch genügend berücksichtigt werden.
Kiefernholz, hier gibt es viele Arten, ist ein wichtiger und nachwachsender Rohstoff. An vielen Stellen wird sie doch in Monokultur angepflanzt. Das ist natürlich wirtschaftlich, führt aber zu einer Verringerung der ökologischen Wertigkeit und zu einer Erhöhung der Waldbrandgefahr.
Wenden wir uns aber dem zu, was es hier wert ist, zu besuchen und wo der Naturfreund eine gute Zeit haben kann: planen Sie locker eine Woche oder zehn Tage ein.
Erst was Erdkunde ...
Der Naturpark Serrania liegt im Nordosten der Provinz Cuenca innerhalb der autonomen Region Kastilien-La Mancha. Er ist Teil des Gebirgszugs, der sich über die Provinzen Cuenca, Guadalajara und Teruel erstreckt. Serrania ist bekannt für dramatische Karstlandschaften, die durch Erosion von Kalkstein und Dolomit über Millionen von Jahren entstanden sind und umfasst eine Fläche von 175.000 ha und liegt in einer Höhe zwischen 1000 und 1800 m. Die Flüsse Jucar und Escabas haben tiefe Schluchten gebildet. Diese Gegebenheiten „Erosion als Künstler“ haben zu verschiedene Landschaftstypen geführt, wie zum Beispiel Hochgebirge, tiefe Schluchten, Kalksteinplateaus und Feuchtgebiete.
Die spektakulärsten Beispiele geologischer Formationen (später beschrieben) sind als Naturdenkmäler geschützt.
Was erwarten sie für Tiere?
Freuen Sie sich als Besucher hier über einige spezielle Tiere innerhalb Spaniens: Steinadler, Wanderfalke, Uhu und Gänsegeier sowie auch Schmutzgeier finden an den Felswänden gute Nistmöglichkeiten. Zwergadler und Schlangenadler in den hohen Schwarzkiefern.
Die Kleinvogelwelt, hier im spanischen Gebirge oberhalb 1000 m, entspricht weitgehend der mitteleuropäischen Avifauna. „Südliche Arten“ stechen natürlich heraus: Bienenfresser, Wiedehopf, Rotkopfwürger, Pirol und Steinschmätzerarten, sowie ja auch die auf bestimmte felsige Standorte spezialisierten Ammern sind hier recht häufig.
Gute Chancen gibt es auch für Wasseramsel, Gebirgsstelzen und Eisvogel. Lauschen Sie nachts auf die charakteristischen Rufe von Waldkauz, Steinkauz und Zwergohreule.
Der Schwarzspecht darf hier eigentlich nicht vorkommen, ich habe ihn aber gesehen und gehört in den beeindruckenden Schwarzkieferbeständen.
In den höheren Gebieten gibt es (nun Säuger) den Iberischen Steinbock, in den Wäldern Mufflon und Wildschwein, in der Flüssen Fischotter. Die vielen Karsthöhlen, die zum Teil mit Führung zu besichtigen sind, bieten einigen Fledermausarten Wohnungen und Überwinterungsmöglichkeiten.
Algerische Sandläufer, Perleidechsen und Mauereidechsen, sowie die aquatischen lebende Vipernatter, sind die am häufigsten anzutreffen Reptilien.
Was erwarten sie für Pflanzen?
Serriana ist bekannt für Europas südlichsten euro-sibirischen Wälder. Hier haben Eiben, Linden und Stechpalmen ihre südlichste Verbreitung. Sie sind Relikte aus der Eiszeit, wie hier oft gesagt wird: „Helden der Eiszeit“. Somit ist diese Region für Botaniker ein besonderes Reiseziel. Buchsbaum, Thymian, Rosmarin und Lavendel sind sicherlich Pflanzen, die man das ganze Jahr über bestaunen kann, aber wer den Orchideenreichtum (u a Geflecktes Knabenkraut, Rotes Waldvögelein, Bienen-Ragwurz) der Region auf den Kalkböden erleben möchte, sollte im Mai-Juni kommen.
Weitere botanische Besonderheit ist sicherlich das Fettkraut (Pinguincula mundi). Es gedeiht an den senkrechten Felswänden und ernährt sich von Insekten, ist also eine fleischfressende Pflanze.
Die Naturmonumente und Highlights des Naturparks Serrania de Cuenca:
Hoz de Beteta
Es handelt sich um einen spektakulären Canyon, welcher durch den Fluss Guadiela in den Kalksteinfelsen geschliffen wurde. Die Wände sind nicht besonders hoch, rund 200 m, aber von herausragender Schönheit, Form und Farbe. Im Tal haben sich eiszeitlichen Relikte, die „Helden der Eiszeit“ erhalten, wie zum Beispiel jahrhundertealte Lindenbäume. Sie sind dicht vom Moos umhüllt und wachsen zum Teil auf Steinen. Botaniker können sich hier richtig austoben, es gibt eine Vielfalt an Gehölzen und Kräutern (Orchideen und das o a Fettkraut), die kaum zu übertreffen ist. Dazu laden mehrere sehr gut geschilderte Wanderwege (Paseo Botanico, Sendero de los Librerias) ein. Informationstafeln, gute Parkplätze mit Picknickplätzen und Trinkwasserbrunnen sorgen für einen idealen Rahmen. Der eine der spektakulären Höhlen (Cueva de la Ramera) besichtigen möchte, muss sich dazu anmelden und einer Führung anschließen.
Nacimiento Rio Cuervo
Der Fluss Rio Cuervo entspringt hier einem komplexen unterirdischen System im Inneren der Muela de San Felipe. Er tritt als Fluss, als Quelle, aus der Felswand heraus und bildet dann im Oberlauf natürliche Barrieren aus porösem Gestein, die als Travertin oder Tuffstein bekannt sind. Sichtbar dann als charakteristische, moosbewachsene, weiße Felskaskaden (Kalkmoorvegetation).
Das Wasser fällt über mehrere Stufen in Form kleiner Wasserfälle hinab, im Frühling und Winter, bei höherem Wasserstand sind sie spektakulärer.
Der Legende nach haben hier einst geizige Kobold gelebt, die ihren Schatz in der Höhle am Fluss versteckt hatten. Um ihn zu bewachen, verwandelten sie einen Raben in einen Wächter des Schatzes. Daher der Name Rio Cuervo = Rabenfluss.
Das Naturmonument ist durch Treppen und Rampen und einem 2 km (Rund-) Wanderweg gut erschlossen. Ein Informationszentrum und eine Einkehrmöglichkeit sind natürlich auch vorhanden, mit dem entsprechendem Rummel am Wochenende und in den Sommerferien. Von hier gibt es auch die Möglichkeit, in diverse Fernwanderweg einzusteigen.
Die schönste Nebenstraße der Provinz Cuenca
Biegen Sie von der CM 2106 in Richtung Süden fahrend und vom Nascimento Rio Cuervo kommend rechts ab. Die Straße ist auf Google Maps nicht verzeichnet. Sie können sich daran orientieren, dass nach einer kurzen Zeit ein „Observatorio Astronomico“ auf der rechten Seite auftaucht. Geben Sie, wenn Sie mit dem Navi arbeiten möchten, die Albergue Tejadillos oder später den Ort Fuertescusa, dann (es hat auch Schilder) Richtung Canamares.
Auf der ganzen Strecke ist nur 30 km/h zugelassen. Achten Sie, wie überall in Spanien darauf, dass bei durchgezogenen Linien am Fahrbahnrand nicht geparkt werden darf. Auch auf sehr ländlichen Straßen. Sie gelangen nun in ein Gebiet von außerordentlicher Schönheit und Einsamkeit. Der Rio Escabas begleitet sie dabei zumeist zur Linken, bietet tolle schattige Picknick- und Badeplätze, fällt immer wieder in vielen Kaskaden zu Tal und weitet sich in flacheren Bereichen zu Feuchtwiesen aus. Kurz bevor sie wieder auf die größere Straße
CM 210 fahren, kommen Sie noch an den Banos von Canamares vorbei. Natürliche Badestellen, die am Wochenende und in den Schulferien sehr beliebt sind.












