Kiefernholz, hier gibt es viele Arten, ist ein wichtiger und nachwachsender Rohstoff. An vielen Stellen wird sie doch in Monokultur angepflanzt. Das ist natürlich wirtschaftlich, führt aber zu einer Verringerung der ökologischen Wertigkeit und zu einer Erhöhung der Waldbrandgefahr.
Wenden wir uns aber dem zu, was es hier wert ist, zu besuchen und wo der Naturfreund eine gute Zeit haben kann: planen Sie locker eine Woche oder zehn Tage ein.
Erst etwas Erdkunde ...
Der Naturpark Serrania liegt im Nordosten der Provinz Cuenca innerhalb der autonomen Region Kastilien-La Mancha.
Die spektakulärsten Beispiele geologischer Formationen (später beschrieben) sind als Naturdenkmäler geschützt.
Was erwarten sie für Tiere?
Freuen Sie sich als Besucher hier über einige spezielle Tiere innerhalb Spaniens: Steinadler, Wanderfalke, Uhu und Gänsegeier sowie auch Schmutzgeier finden an den Felswänden gute Nistmöglichkeiten. Zwergadler und Schlangenadler in den hohen Schwarzkiefern.
Die Kleinvogelwelt, hier im spanischen Gebirge oberhalb 1000 m, entspricht weitgehend der mitteleuropäischen Avifauna. „Südliche Arten“ stechen natürlich heraus: Bienenfresser, Wiedehopf, Rotkopfwürger, Pirol und Steinschmätzerarten, sowie ja auch die auf bestimmte felsige Standorte spezialisierten Ammern sind hier recht häufig.
Gute Chancen gibt es auch für Wasseramsel, Gebirgsstelzen und Eisvogel. Lauschen Sie nachts auf die charakteristischen Rufe von Waldkauz, Steinkauz und Zwergohreule.
Der Schwarzspecht darf hier eigentlich nicht vorkommen, ich habe ihn aber gesehen und gehört in den beeindruckenden Schwarzkieferbeständen.
In den höheren Gebieten gibt es (nun Säuger) den Iberischen Steinbock, in den Wäldern Mufflon und Wildschwein, in der Flüssen Fischotter. Die vielen Karsthöhlen, die zum Teil mit Führung zu besichtigen sind, bieten einigen Fledermausarten Wohnungen und Überwinterungsmöglichkeiten.
Algerische Sandläufer, Perleidechsen und Mauereidechsen, sowie die aquatischen lebende Vipernatter, sind die am häufigsten anzutreffen Reptilien.
Was erwarten sie für Pflanzen?
Serriana ist bekannt für Europas südlichsten euro-sibirischen Wälder. Hier haben Eiben, Linden und Stechpalmen ihre südlichste Verbreitung. Sie sind Relikte aus der Eiszeit, wie hier oft gesagt wird: „Helden der Eiszeit“. Somit ist diese Region für Botaniker ein besonderes Reiseziel. Buchsbaum, Thymian, Rosmarin und Lavendel sind sicherlich Pflanzen, die man das ganze Jahr über bestaunen kann, aber wer den Orchideenreichtum (u a Geflecktes Knabenkraut, Rotes Waldvögelein, Bienen-Ragwurz, Hohes Knabenkraut, Sumpf Stendelwurz) der Region auf den Kalkböden erleben möchte, sollte im Mai-Juni kommen.
Weitere botanische Besonderheit ist sicherlich das Fettkraut (Pinguincula mundi). Es gedeiht an den senkrechten Felswänden und ernährt sich von Insekten, ist also eine fleischfressende Pflanze.
Die Naturmonumente und Highlights des Naturparks Serrania de Cuenca:
Hoz de Beteta
Es handelt sich um einen spektakulären Canyon, welcher durch den Fluss Guadiela in den Kalksteinfelsen geschliffen wurde. Die Wände sind nicht besonders hoch, rund 200 m, aber von herausragender Schönheit, Form und Farbe. Im Tal haben sich eiszeitlichen Relikte, die „Helden der Eiszeit“ erhalten, wie zum Beispiel jahrhundertealte Lindenbäume. Sie sind dicht vom Moos umhüllt und wachsen zum Teil auf Steinen. Botaniker können sich hier richtig austoben, es gibt eine Vielfalt an Gehölzen und Kräutern (Orchideen und das o a Fettkraut), die kaum zu übertreffen ist. Dazu laden mehrere sehr gut geschilderte Wanderwege (Paseo Botanico, Sendero de los Librerias) ein. Informationstafeln, gute Parkplätze mit Picknickplätzen und Trinkwasserbrunnen sorgen für einen idealen Rahmen. Der eine der spektakulären Höhlen (Cueva de la Ramera) besichtigen möchte, muss sich dazu anmelden und einer Führung anschließen.
Nacimiento Rio Cuervo
Der Fluss Rio Cuervo entspringt hier einem komplexen unterirdischen System im Inneren der Muela de San Felipe. Er tritt als Fluss, als Quelle, aus der Felswand heraus und bildet dann im Oberlauf natürliche Barrieren aus porösem Gestein, die als Travertin oder Tuffstein bekannt sind. Sichtbar dann als charakteristische, moosbewachsene, weiße Felskaskaden (Kalkmoorvegetation).
Das Wasser fällt über mehrere Stufen in Form kleiner Wasserfälle hinab, im Frühling und Winter, bei höherem Wasserstand sind sie spektakulärer.
Der Legende nach haben hier einst geizige Kobold gelebt, die ihren Schatz in der Höhle am Fluss versteckt hatten. Um ihn zu bewachen, verwandelten sie einen Raben in einen Wächter des Schatzes. Daher der Name Rio Cuervo = Rabenfluss.
Das Naturmonument ist durch Treppen und Rampen und einem 2 km (Rund-) Wanderweg gut erschlossen. Ein Informationszentrum und eine Einkehrmöglichkeit sind natürlich auch vorhanden, mit dem entsprechendem Rummel am Wochenende und in den Sommerferien. Von hier gibt es auch die Möglichkeit, in diverse Fernwanderweg einzusteigen.
Die schönste Nebenstraße der Provinz Cuenca
Biegen Sie von der CM 2106 in Richtung Süden fahrend und vom Nascimento Rio Cuervo kommend rechts ab. Die Straße ist auf Google Maps nicht verzeichnet. Sie können sich daran orientieren, dass nach einer kurzen Zeit ein „Observatorio Astronomico“ auf der rechten Seite auftaucht. Geben Sie, wenn Sie mit dem Navi arbeiten möchten, die Albergue Tejadillos oder später den Ort Fuertescusa, dann (es hat auch Schilder) Richtung Canamares.
Auf der ganzen Strecke ist nur 30 km/h zugelassen. Achten Sie, wie überall in Spanien darauf, dass bei durchgezogenen Linien am Fahrbahnrand nicht geparkt werden darf. Auch auf sehr ländlichen Straßen. Sie gelangen nun in ein Gebiet von außerordentlicher Schönheit und Einsamkeit. Der Rio Escabas begleitet sie dabei zumeist zur Linken, bietet tolle schattige Picknick- und Badeplätze, fällt immer wieder in vielen Kaskaden zu Tal und weitet sich in flacheren Bereichen zu Feuchtwiesen aus. Kurz bevor sie wieder auf die größere Straße
CM 210 fahren, kommen Sie noch an den Banos von Canamares vorbei. Natürliche Badestellen, die am Wochenende und in den Schulferien sehr beliebt sind.
Los Callejones de Majadas
Los Callejones heißt soviel wie "Kleine Gässchen". Und man kann tatsächlich zwischen erodierten Kalksteinfelsen aus der Kreidezeit wie durch eine Stadt oder durch Gässchen hindurch laufen. Es bildeten sich aber nicht nur Schluchten, sondern auch Durchgänge, Bögen, Monolithen oder Brücken. Es ist ein Beispiel für eine Karstformation und durch die Einwirkung von Wasser, Eis, Wind und Temperaturschwankungen entstanden ist. Traditionell sind diese Formationen zur Unterbringung des Viehs genutzt worden. Hier und dort sieht man noch Relikte von Ställen. Es gibt einen 4 km Rundweg, der auf beeindruckende Weise hier auf 1450 m zeigt, was Verwitterung entstehen lassen kann. Dazwischen wachsen Waldkiefern in verkrüppelter Form, Felsenbirnen, Sauerdorn, Weißdorn, Wachholder, Stechginster und noch vereinzelte Steineichen. Es gibt hier viel Rotwild und Iberische Hasen, daneben fielen mir Haubenmeisen und Zwergadler auf. Nach dem Besuch lohnt sich auf jeden Fall noch 1,5 km weiter zu fahren bis zu einem spektakulären Mirador (Aussichtspunkt). Im Dorf Majadas (2 km) gibt es Einkehrmöglichkeiten, die zumeist aber ihre Hauptöffnungszeiten an den Wochenenden haben.
Ciudad Encantada (Verzauberte Stadt) und Ventano Diabolo

Lagunas El Tobar (Lagunen von El Tobar)
Relativ nahe an dem Ort Beteta gelegen, nachdem auch die Schlucht benannt ist (Hoz de Beteta). Nach wenigen vielleicht 2 km kommen Sie in dem Nest El Tobar an und parken ihr Auto im Ort, dort, wo die Schilder sie hinlotsen und die Einführung zu dem markierten Wanderweg bieten. Er ist rund 5-6 km lang, je nachdem, wie lang sie unterwegs nach der Weiterführung suchen müssen. Dabei umrunden Sie eine fantastische Lagune, die zum Teil aus Grundwasser gespeist wird und zum Teil von einem höher liegenden See Wasser bekommt. Ursprünglich wurde der See und das Wasser mal zu Stromerzeugung genutzt. Die schroffen, felsigen Berge ringsum lassen das Tal wie einen riesigen Vulkankrater erscheinen. Das Gewässer hat ungefähr 15 m Tiefe und im unteren Teil befindet sich hochkonzentriertes Salzwasser (ca 10 %). Das obere Süßwasser vermischt sich nicht mit diesem.
Durch die besonderen chemischen Umstände, das Wasser ist sehr kalkhaltig und klar, wachsen hier nur bestimmte Pflanzen. Am Nordufer jedoch auch großflächig Seerosen.
Im Ort El Tobar könnte man einkehren, wenn etwas geöffnet hätte. Wir haben es selbst an einem Sonntag nicht erlebt. So müssen Sie etwas zurück nach Beteta fahren, um dort vielleicht im hübschen Dorfzentrum einen Drink zu nehmen. Wir kamen uns als einzigen Gäste in der einzigen geöffneten Bar im Dorf aber vor, wie in einer Szene ins "Spiel mir das Lied vom Tod" von Leone.
Tipp: Wenn sie Bier bestellen (Caña, nicht Cerveza, sonst gibts Flaschbier), bekommen Sie immer etwas zu knabbern; Oliven, Schweineschwänze oder Erdnüsse. In der Siestazeit gibt es sonst nichts zu essen.
Wo logieren sie ideal und zentral?
Wiedehopf

In Cuenca gibt es zahlreiche Hotels. Herausheben möchte ich den Parador de Cuenca. Wir wohnen auch immer mit Gruppe ("Naturreise- Delta, Steppe und Meseta"; 10 Tage-6 Leute im September) dort, und es ist einfach stilgerecht in dieser Altstadt in einer Schlucht gelegen und als Weltkulturerbe der UNESCO sehr bekannt in einem alten Kloster zu wohnen. Die Paradores sind eine halbstaatliche Hotelkette auf 4*-Niveau.
Sehr gefallen hat mir auch das Hotel Los Tilos in Beteta. Und es macht vielleicht auch Sinn, zwei Standorte zu wählen, damit man den nördlichen Teil des Naturparks Serrania in Ruhe erleben kann und nicht so weite Anreise hat. Das Hotel ist deutlich einfacher als der Parador, hat aber dafür mindestens eine genauso gute Aussicht in die fantastische Landschaft.














