Spanien ist ein ideales Reiseland für Ornithologen und Naturfreunde. In Europa bietet es einzigartige Möglichkeiten.
In den Bergen, im Norden, im Zentrum des Landes, finden sich fast menschenleere Naturräume. Richtiger gesagt, Kulturlandschaften, seit Jahrtausenden auch vom Menschen geprägt. Dadurch hat sich eine extrem diverse Tier - und Pflanzenwelt eingestellt.
So gilt zum Beispiel insbesondere die autonome Region Extremadura als ein Biodiversitäts-Hotspot. Es ist die wirbeltierreichste Region Europas.
Aber es kommt eben genau darauf an, in welcher Jahreszeit der Naturfreund unterwegs ist. Und in welcher Region.
1. Nordspanien, der grüne Norden.
Es umfasst die autonomen Regionen, Galizien, Asturien, Kantabrien, Baskenland und Navarra. Das Klima ist ozeanisch. Relativ mild, feucht, und man findet ganzjährig grüne Landschaften vor. Die Vegetation und die Tierwelt ähnelt in weiten Bereichen noch der in Mitteleuropa.
Im Frühling, also März bis Mai, ist das Klima zumeist mild, circa 10-20 °C und oft sonnig. In vielen Bereichen kann der Vogelzug beobachtet werden gerade in Feuchtgebieten. Die Hauptblüte der Wiesen fällt in diese Zeit. Beispiele für Aktivitäten sind Exkursionen in den Rias von Bilbao, im Park Natural de Urdaibai im Baskenland, oder zum Beispiel Wanderungen in den Picos de Europa.
Im Sommer, Juni bis August, ist es deutlich wärmer mit 20-28 °C und ebenfalls feucht. In diese Zeit fällt die Brutzeit der Seevögel und man findet auch Wale vor der Küste. So sind insbesondere in Galizien Walbeobachtungstouren möglich. Das Bergland des Kantabrischen Gebirges eignet sich hervorragend für Wanderungen in dieser Jahreszeit. Allerdings haben die Spanier auch Urlaub.
Der Herbst, somit September bis November ist ebenfalls sehr mild mit Temperaturen von 15-22 °C und regnerisch. Zugvögel können wieder hervorragend beobachtet werden, und es herrscht Pilzsaison. Ein guter Ort für die Vogelzugbeobachtung, aber auch für Limikolen, sind die Marismas de Santona in Kantabrien.
Die Wintermonate Dezember bis Februar warten mit Temperaturen zwischen 5 und 12° auf und sind ebenfalls relativ nass. Sehr gut können Wintergäste, zum Beispiel Enten und Gänse beobachtet werden. Ein Hotspot ist die Ria de Arousa in Galizien.
2. Die Pyrenäen, das Hochgebirge zwischen Frankreich und Spanien.
Gemeint sind hier Teile der autonomen Regionen Aragon, Katalonien, Navarra.
Das Klima ist typisch für echte Hochgebirge mit kalten Wintern und relativ kühlen Sommern. Die Sonneneinstrahlung ist wegen der südlichen Lage doch sehr intensiv. Der Schnee kann in höheren Lagen bis Mai oder Juni liegen bleiben.
Der Frühling setzt hier relativ spät ein, April bis Juni. Er ist mit 5-18 °C recht kühl und ist die Zeit der Schneeschmelze. Die Almwiesen blühen, iberischer Steinbock, Gänse und Bartgeier können beobachtet werden. Wanderungen sind gut möglich, zum Beispiel im Ordesa Nationalpark in Aragonien, in den ersten Monaten, aber noch nicht in den Hochlagen.
Mit 15-25 °C sind die Sommermonate Juli und August recht mild. Jetzt sind die alpine Flora, Murmeltiere und Steinadler gut zu sichten. Hochgebirgstouren kann man zum Beispiel im Aigüestortes Nationalpark in Katalonien unternehmen.
Im Herbst, somit September und Oktober herrschen wieder recht kühle Temperaturen zwischen 5-15 °C und die Wälder sind bunt. Die Brunft der Hirsche ist jetzt eine große Attraktion. Es können Pilze gesammelt werden und viele Säugetierbeobachtungen stattfinden.
Zur Winterzeit, November bis März, ist es kalt mit Temperaturen zwischen -5 und +5 °C und es muss überall mit Schnee gerechnet werden. Natürlich kann man jetzt gerade in den Tälern Wintervögel beobachten. Es ist jedoch stark von der Witterung abhängig. Das Hochgebirge selbst ist zumeist wegen nicht geräumter Straßen wenig zugänglich.
3. Zentralspanien, die Meseta.
Es handelt sich also um große Gebiete im Inneren der iberischen Halbinsel, welche zwischen 800 und 1200 m hoch liegen. Die Extremadura nur 300-600m. Viele Gebirgsketten durchschneiden diese Meseta. Sie liegen teilweise noch wesentlich höher und erreichen 2500 m. Wir sprechen somit über die Regionen Kastilien und Leon, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Madrid.
Das Klima ist kontinental, also es gibt heiße Sommer und kalte Winter und somit große Temperaturschwankungen.
Im Frühling, März bis Mai, sind die Temperaturen mild mit 10-25 °C. Die Steppe blüht, und der Vogelzug kann beobachtet werden zum Beispiel Großer Brachvogel. Viele Lagunen führen noch Wasser, zum Beispiel in der la Mancha. Je nach Witterungsverlauf des Winters (Schneefallintensität) können auch Wanderungen in der Sierra de Gredos durchgeführt werden zum Iberischen Blaukehlchen. Im Nationalpark Monfragüe herrscht nun die höchste Aktivität und Gänsegeier, Mönchsgeier und Spanischer Kaiseradler können gespottet werden.
Juni bis August ist Sommer. Es ist heiß und zwischen 25 und 40 °C ohne nennenswerten Regen. Der hitzeresistente Naturfreund kann sich auf die Beobachtung von Reptilien, zum Beispiel Spanischer Mauereidechse oder Algerischen Sandläufer konzentrieren. Darüber hinaus gibt es jetzt die größte Menge an Insekten. Frühmorgendliche Wanderungen sind möglich, insbesondere in den höheren Lagen und Scheidegebirgen.
Im Herbst, also September bis November ist es wieder mild mit 15-25 °C. Eine Attraktion sind jetzt die aus Nordeuropa eintreffenden Kraniche in der Extremadura. Außerdem ist es die Zeit der Weinlese. Die Steppenlandschaft wirkt ausgetrocknet, ist aber nicht ohne Leben.
Der Winter (Dezember bis Februar) in der Meseta ist kalt zwischen 0° und 10 °C und es gibt oft Nebel. Kraniche und Großtrappen können Zielarten sein. Ein besonderer Ort sind auch die Tablas de Daimiel im Winter.
4. Die Mittelmeer-Region, also die Ostküste.
Es beschreibt große Teile der autonomen Regionen Katalonien, Valencia, Murcia und die Balearen.
Das Klima ist mediterran, heiße trockene Sommer und milde feuchte Winter.
Der Frühling, somit März bis Mai zeichnet sich durch milde Temperaturen aus zwischen 15 und 25 °C. In diese Zeit fällt die Mandelblüte und die Blüte der Orangenbäume. Beispiele für Naturaktivitäten sind Vogelbeobachtungen im Delta del Ebro in Katalonien oder zum Beispiel Wanderungen in der Sierra de Espadan.
Der Sommer zwischen Juni und August wird Naturfreunden nicht überall Freude bereiten. Es ist heiß zwischen 25 und 35 °C und trocken. Trotzdem gibt es attraktive Mündungsgebiete oder Deltas von Flüssen, zum Beispiel die Salinas de Santa Pola mit ihren Flamingos.
Zwischen September und November herrscht Herbst und es ist immer noch warm zwischen 20-28 °C. Jetzt herrscht auch die Zugzeit der Greifvögel und die Weinlese findet statt.
Unter den Ornithologen ist die Vogelbeobachtung in der Albufera de Valencia bekannt.
Der Winter, Dezember bis Februar, bietet ebenfalls milde Temperaturen zwischen zehn und 18 °C. Es bietet sich die Beobachtung von Wintergästen an, zum Beispiel Limikolen oder Enten. Ein Beispiel hierfür ist das Mar Menor bei Murcia.
5. Andalusien (Südspanien inklusive Atlantikküste).
Hier herrscht ebenfalls mediterranes Klima mit afrikanischem Einfluss. Sehr heiße Sommer und milde Winter.
Der Frühling setzt schon im Februar ein und dauert bis Mai. Die Temperaturen sind mild zwischen 15 und 25 °C. Die Mandelbäume blühen und der Vogelzug ist im vollen Gange. Zum Beispiel Weißstörche. Ein ideales Gebiet für Naturfreunde ist jetzt der Donana-Nationalpark oder es können Wanderungen in der Sierra Nevada (Täler) durchgeführt werden.
Im Juni bis August ist Sommer. Es ist sehr heiß zwischen 30 und 45 °C. In den Salinas de Cadiz können Flamingos und Schmetterlinge beobachtet werden. Und in der Sierra Nevada sind Touren im Hochgebirge möglich.
Der Herbst, also September bis November ist ebenfalls noch warm mit Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Gibraltar ist ein guter Ort um den Greifvogelzug zu beobachten. Außerdem ist die Zeit der Olivenernte.
Im Winter, Dezember bis Februar, sind die Temperaturen mild zwischen zehn und 18 °C. Es gibt in dieser Region zahlreiche mitteleuropäische Überwinterer. Löffler, Blaukehlchen, Enten und Flamingos. Als Beispiel kann das Schutzgebiet Marismas de Odiel genannt werden.
Fazit: Es ist nicht unbedingt einfach, sich bei dieser klimatischen Vielfalt zurechtzufinden. Fragen Sie uns daher gerne, was wir Ihnen in welcher Zeit empfehlen.
Es hängt auch davon ab, was sie speziell beobachten möchten. Schmutzgeier brauchen Sie im Winter nicht in Spanien zu suchen und Flughühner aus dem Beobachtungsversteck gibt es nur in den trockensten Wochen.
Die Wildkatze zeigt sich nur, wenn die Blumenwiesen im fortgeschrittenen Frühjahr geschnitten sind und die Wölfe nur dann, wenn die Alttiere ihren Jungen das Futter von der Jagd zurück ins „Haus“ bringen.

















